dreidim. Gegenstand des religiösen Gebrauchs: Kiddusch-BecherBild vergrößernDieses Bild ist möglicherweise urheberrechtlich geschützt und darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung verwendet werden.
Inv.-Nr.:
KGM 82/23/0
Sammlungsbereich:
Judaica/Angewandte Kunst
Gattung:
dreidim. Gegenstand des religiösen Gebrauchs

H. Meyen & Co

Kiddusch-Becher

Silber, innen vergoldet, graviert

Berlin ca. 1916

Höhe:
18.7 cm
Durchmesser:
9.1 cm

Dm: 9,1 (Stand) 8,9 (Lippe)

Signatur:
Vier Marken: Halbmond, Reichskrone, 800; nach links gewandter Männerkopf mit Flügelhelm, (Scheffler, Nr. 2140 "H. Meyen & Co.")
Inschrift:
Auf Vorderseite eingraviert: "Seinem Enkel / Hans Fritz / v.s. Grossvater / Heinr. Oppenheimer"

Von einem schlichten, runden einfach getreppten Fuß geht ein Schaft ab, der im oberen Drittel durch einen Nodus profiliert wird. Der Nodus ist durch leichte Einschnürungen an der Ober- und Unterseite abgegrenzt. Die Kuppa, die sich an den Schaft anschließt ist kelchförmig mit glatter Wandung. Auf der Vorderseite ist der Becher mit Ranken und Blütenornament graviert, das eine Kartusche bildet, in der sich eine Inschrift (s. Inschrift) befindet. Der Becher hat eine matte Oberfläche und die Kuppa ist innen vergoldet.
Der Becher wurde im Jahr 1982 der Jüdischen Abteilung des Berlin Museums gestiftet. Der Stifter war John F. Oppenheimer, der 1903 in Fürth als Hans Fritz Oppenheimer geboren worden war. Der Becher war ein Geschenk, das Oppenheimer von seinem Großvater zur Bar Mizwa erhielt. Sein Großvater fungierte als Kantor der Jüdischen Gemeinde in Darmstadt.
Oppenheimer wurde Publizist und schrieb seit 1923 regelmäßig für verschiedene Zeitungen Theater- und Buchkritiken. 1927 zog er nach Berlin, um für den "Centralverein Deutscher Staatsbürger Jüdischen Glaubens" zu arbeiten. Seit 1929 war er im Ullstein Verlag tätig, der 1935 arisiert wurde. Oppenheimer verlor seine Stellung und wurde erneut für den Centralverein tätig. 1935 bis 1938 war er Vertriebsleiter und Redakteur der C.V.-Zeitung und zuständig für die Werbung des Philo Verlags. Oppenheimer waraußerdem maßgeblich an der Herausgabe des Philo-Lexikons beteiligt. Am 13. November 1938 entkamen John F. Oppenheimer und seine Frau nach Delft in Holland. Von dort emigrierten sie am 8. Dezember 1938 in die USA. In den USA arbeitete Oppenheimer für Organisationen, die sich für jüdische Emigranten einsetzten. Er wurde Mitglied des Redaktionsausschusses des "Aufbau". Er starb 1985 in Santa Barbara, Kalifornien.

Literatur- und Abbildungsnachweis:
Berlin Museum (Hg.): Judaica, Berlin 1989, Nr. 282. Zu dem Stifterehepaar Oppenheimer: Bendt, Veronika: John F. und Hertha Oppenheimer-Stiftung, in: Berlinische Notizen 5(1984), S. 11.
Dargestellt/erwähnt:
Heinrich Oppenheimer, John F. Oppenheimer
Schlagwort Inhalt/Geographie:
Deutschland; Berlin
Schlagwort Kontext:
JMB-Thema: Riten und Bräuche im jüdischen Lebenslauf; Dauerausstellung JMB: 6.4 Tradition und Wandel - Lebenszyklus; Geschenk; Familiengeschichte; Familienbeziehung; Bar Mizwa
Schlagwort Objektart:
Kiddusch-Becher

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