dreidim. Gegenstand des religiösen Gebrauchs: Tora-Krone (Keter)Bild vergrößernDieses Bild ist möglicherweise urheberrechtlich geschützt und darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung verwendet werden.
Inv.-Nr.:
KGM 80/5/0
Sammlungsbereich:
Judaica/Angewandte Kunst
Gattung:
dreidim. Gegenstand des religiösen Gebrauchs

Tora-Krone (Keter)

Silber, teilvergoldet, getrieben, ziseliert, gegossen, graviert

verm. Berlin ca. 1910-1912; Widmungsdatum 1912

Höhe:
24.5 cm
Durchmesser:
24.2 cm
Signatur:
ohne Marken
Inschrift:
Auf dem Reif: "Zum Andenken an ihren verstorbenen Ehemann ELIAS SELBIGER gewidmet von EMMA SELBIGER geborene LEWINNEK anläßlich ihres 80. Geburtstages am 16. Juni 1912"

Der ovale Hauptkorpus der Tora-Krone sitzt auf zwei in einer Schiebeleiste verstellbaren Stäben, die oben von einem schlichten Reif eingefasst sind. Der Reif trägt die Inschrift. Zwischen Reif und Krone angelötet liegt ein zweifach gedrehtes Band aus kantigen Silberdrähten. Der Hauptkorpus der Tora-Krone ist durch eine horizontale Mittellinie in zwei Hälften eingeteilt. Die untere Hälfte ist 8fach mit blattförmigen Durchbrüchen versehen, in denen Glöckchen hängen. Die Felder zwischen den Durchbrüchen sind mit Akanthus-Blättern auf gepunztem Hintergrund-Muster verziert. Auch die obere, abgeflachte Hälfte des Hauptkorpus ist 8fach durchbrochen. Diese Durchbrüche haben eine kreisrunde Form. Die Zwischenräume sind hier ebenfalls mit Akanthus-Blättern auf gepunztem Hintergrund-Muster verziert. Bekrönt wird der Hauptkorpus durch eine vergoldete Wölbung, die eine gehämmerte Felsenstruktur versehen mit pflanzenartigem Punzmuster hat. Darauf befinden sich zwei vollplastisch gegossene Löwen mit fein gearbeiteten Details (Mähne, Fell). Die steigenden Löwen halten zwei rundbogige Gesetzestafeln. Auf jeder der zwei Gesetzestafeln befindet sich je eine Krone. Auf den Tafeln stehen die hebräischen Anfangsworte der Gebote.
Die Tora-Krone wurde im Jahr 1912 von Emma Selbiger (geb. Lewinnek) in Erinnerung an ihren Ehemann Elias Selbiger wohl der Synagoge in ihrer Heimatstadt Tuchel/Westpreußen (heute Tuchola/Polen) gestiftet.

Literatur- und Abbildungsnachweis:
Berlin Museum (Hg.): Judaica Katalog, S. 192, Nr. 119. Vergleichsobjekte: Leistung und Schicksal: 300 Jahre Jüdische Gemeinde zu Berlin. Dokumente, Gemälde, Druckgraphik, Handzeichnungen, Plastik, Ausst.Kat., 1971, S. 79, 2, Abb.9. Danzig 1939. Schätze einer zerstörten Gemeinde: eine Ausstellung des Jüdischen Museums New York, , S. 109, Nr. 75. Berlinische Notizen: Erwerbungen des Berlin Museums 1964-1981: Festgabe für Irmard Wirth, Nr. 45, S. 140. Parke-Bernet (Hg.): The Feinberg-Collection, Nr. 467, S. 133. Schilling, Konrad (Hg.): Monumenta Judaica. 2000 Jahre Geschichte und Kultur der Juden am Rhein. Eine Ausstellung im Kölnischen Stadtmuseum 15. Oktober 1963-15. Februar 1964, Ausst.Kat. Nr. E 343, Abb. 92. Ephraim in Berlin, Ein Zwischenbericht über die Jüdische Abteilung des Berlin Museums, in: Bär von Berlin, Zeitschr. des Vereins für die Geschichte Berlins, 1987, S. 275-291 (279f., Abb.4). Zur Geschichte jüdischen Lebens in Tuchel: Schulz, Wolfgang/Ohm, Agnes/Nützmann, Alfred (Hg.): Deutsche im Osten. Geschichte, Kultur, Erinnerung, 1994, S. 299. Lehavy, Yechiel M.: "Uncovering History from a Postcard", in: Journal of the American Philatelic Society, Dezember 2010, S. 1138.
Dargestellt/erwähnt:
Emma Selbiger, Elias Selbiger
Schlagwort Inhalt/Geographie:
Tuchola; Schemot: Der Bund am Sinai und seine Erneuerung; Löwenpaar (Symbol); hebräische Schrift; Gesetzestafeln; Berlin
Schlagwort Kontext:
Dauerausstellung JMB: 9.2 Modernisierung der Synagoge; Synagoge (Gebäude); Gedenken; Familienbeziehung
Schlagwort Objektart:
Tora-Krone

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