dreidim. Gegenstand des religiösen Gebrauchs: Tora-Schild (Tas)Bild vergrößernDieses Bild ist möglicherweise urheberrechtlich geschützt und darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung verwendet werden.
Inv.-Nr.:
KGM 80/2/0
Sammlungsbereich:
Judaica/Angewandte Kunst
Gattung:
dreidim. Gegenstand des religiösen Gebrauchs

Carl Friedrich Hübener (1746 - 1816)

Tora-Schild (Tas)

Silber, teilvergoldet, getrieben, gegossen, punziert, graviert,

Berlin ca. 1810

Höhe:
45.5 cm
Breite:
25 cm
Tiefe:
3 cm

Länge ohne Anhänger: 32,5; Länge mit Kette: 76,7

Signatur:
Auf Rückwand: BZ: verschlagen; MZ: "CFH" (Scheffler 1178); darunter: Tremulierstrich

Die hochrechteckige Rückwand des Tora-Schildes wird maßgeblich durch zwei korinthische Säulen gegliedert, auf deren ausladenden Kapitellen detailliert gearbeitete Vasen mit Rosenbuketten platziert sind. Beide Säulen sind auf Höhe der Kapitelle mit einem Lorbeer-Feston bekränzt und dadurch miteinander verbunden. Eine aus Palmenwedeln bestehende Kuppel schließt über dem Lorbeer-Feston die obere Randzone des Tora-Schildes ab. Seitlich und unten schließt das Tora-Schild mit lebhaft geschwungenen Umrissen aus Akanthus-Ornament ab. Die mittlere Fläche zwischen beiden Säulen ist mit einem Rauten-Muster versehen, das in den seitlichen und unteren Randzonen als Zwischenfläche des Akanthus-Ornaments in Miniaturform fortgesetzt wird.
Auf der Rückwand ist ein gegossener, querrechteckiger Rahmen zum Einschieben von Hinweisschildchen befestigt. Auf dem Schildchen stehen vorder- und rückseitig auf Hebräisch die Feiertage Pessach und Schawuot geschrieben. Über dem Rahmen sind zwei gegossene Gesetzestafeln angebracht, auf denen die hebräischen Anfangsworte der 10 Gebote eingraviert sind. Zwei ebenfalls gegossene, steigende Löwen flankieren die Tafeln und werden von einer Krone bekrönt. Die Krone ist im Gegensatz zu den anderen, aufgesetzten Elementen aus dünnem Silberblech ziseliert.
Am unteren Rand des Schildes sind drei Gliederketten befestigt, an denen jeweils ein ovales Medaillon hängt. Die Medaillons sind mit einem schmalen Eichenblattrand verziert, das Spuren von Abrieb aufweist.
Auf Grund der unterschiedlichen Beschaffenheit von Rückwand und aufgesetzten Zierelementen des Tora-Schildes ist es wohl möglich, dass es sich nicht um ein ursprüngliches Ensemble handelt, sondern die gegossenen Elemente (Rahmen und Hinweisschildchen, Gesetzestafeln, Löwen) später hinzugefügt wurden. Auch die drei Medaillons gehörten ursprünglich nicht zum Tora-Schild.

Literatur- und Abbildungsnachweis:
Stiftung Jüdisches Museum Berlin (Hg.): Zwei Jahrtausende deutsch-jüdische Geschichte. Geschichten einer Ausstellung, Berlin 2001. Der Bär von Berlin-Jahrbuch des Vereins für die Geschichte Berlins, 36. Folge, Berlin 1987, S.279. Zu Berliner Tora-Schildern des 18. Jahrhunderts: Franzheim, Liesel: Gitterwerk und Rosen. Beispiele für Berliner Tora-Schilder um die Wende des 18. Jahrhunderts, in: Berlinische Notizen. Zeitschrift des Vereins der Freunde und Förderer des Berlin Museums e.V., 1980, S. 24-27. Zu Carl Friedrich Hübener: Scheffler, Wolfgang: Berliner Goldschmiede. Daten, Werke, Zeichen, Nr. 1178, S. 232-233. Synagogen in Berlin Teil 1, Hrsg. Rolf Bothe, Berlin Museum, Verlag Willmuth Arenhövel, Berlin 1983, S. 213, Abb. 42
Schlagwort Inhalt/Geographie:
Lorbeer; Krone; Palmzweig; Schawuot; Säule; Pessach; Ornament; Löwenpaar (Symbol); hebräische Schrift; Gesetzestafeln; Berlin
Schlagwort Kontext:
Dauerausstellung JMB: 9.2 Modernisierung der Synagoge
Schlagwort Objektart:
Hinweisschild; Tora-Schild (Tas)

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