dreidim. Gegenstand des religiösen Gebrauchs: Besamim-BüchseBild vergrößernDieses Bild ist möglicherweise urheberrechtlich geschützt und darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung verwendet werden.
Inv.-Nr.:
KGM 81/41/0
Sammlungsbereich:
Judaica/Angewandte Kunst
Gattung:
dreidim. Gegenstand des religiösen Gebrauchs

Yehieh Yemini (1897 - 1983)

Besamim-Büchse

Silber, Filigran, Granulation

Jerusalem 1930 bis 1940

Höhe:
11.5 cm

Dm Fuß = 2,8

Signatur:
Unterseite Fuß (hebr.): "Bezalel Jeruschalejm"
Inschrift:
Am Fuß umlaufend in hebr.: "Baruch ata Adonai melech ha-olam bore minej besamim" (Gepriesen bist du Herr, unser Gott, König der Welt, der die Arten der Gewürze schafft")

Die Büchse steht auf einem runden, kuppelförmigen Fuß, dessen äußerer Rand umlaufend mit einer gravierten, hebräischen Inschrift und einem fünfarmigen Leuchter in Form einer Menora versehen ist.
In der Mitte des Fußes befindet sich ein kannelierter Schaft, der die Büchse trägt.
Der Büchsenkörper ist in konischer Form, die sich nach oben hin verjüngt, gearbeitet, wobei der untere Teil halbkugelförmig geformt ist. Diese Form ist einer jemenitischen Brauthaube nachempfunden.
An dem halbkugeligen unteren Teil sind umlaufend sechs Kugelglöckchen angebracht. Das obere, nach oben hin spitz zulaufendeTeil lässt sich abnehmen, um die Büchse zu öffnen. Die Wandung der Büchse ist in feiner Filigranarbeit gefertigt, die zusätzlich mit Granulation versehen ist.
Die Besamim-Büchse wurde von dem jemenitischen Silberschmied Yehieh Yemini (1897-1983) hergestellt, der ab 1908 für die Bezalel-Werkstätten arbeitete. Das Stück ist mit "Bezalel Jeruschalejm" gestempelt, obwohl es nach der Schließung von Bezalel hergestellt wurde. Der Entstehungszeitraum dieser Besamim-Büchse liegt in den 1930er Jahren. Yehieh's Sohn Ya'akov (1929-2010) besuchte um 2006 mit seiner Frau das Museum. In einem Gespräch im Jahr 2011 hat sie sich daran erinnert, darüber gesprochen zu haben, dass es sich bei der Büchse um ein Werk von Yehieh handelt und dass sie sehr stolz darauf waren, es im Museum ausgestellt zu sehen.
Dieses Objekt war Teil der Sammlung Zwi Sofer, die 1981 für die Jüdische Abteilung des Berlin Museums erworben wurde und sich heute im Jüdischen Museum Berlin befindet. Da das Objekt in den 1930er Jahren in Jerusalem hergestellt wurde, ist anzunehmen, dass der in dieser Zeit in Palästina lebende Vorbesitzer Zwi Sofer es in dort erwarb und selbst nach Deutschland überführte.

Literatur- und Abbildungsnachweis:
Landesmuseum Münster/Sofer, Zvi (Hg.): Jüdisches Jahr, Jüdischer Brauch, Ausst.Kat., Münster 1972, Kat. 116, S. 68. Sofer, Zvi (Hg.): Jüdischer Alltag, Jüdischer Festtag, Ausst.Kat. Lübeck/Duisburg/Hannover 1975, Nr. 116, S. 64. Die Sammlung Zvi Sofer, Ausst.Kat., Hameln 1980, Nr. 192, S. 67. Berlin-Museum / Abteilung Jüdisches Museum (Hg.): Katalog der Neuerwerbungen. Sammlung Sofer. Jüdisches Kultgerät, Kat. Berlin-Museum / Abteilung Jüdisches Museum, Berlin 1982, S. 67, (Nr. 192) sowie Titelblatt. Bendt, Veronika: Das Jüdische Museum Berlin. Eine Abteilung des Berlin Museums (=Berliner Forum 5/86), Berlin 1986, Abb. S. 28. Bendt, Vera: Judaica-Katalog, Kat. Berlin-Museum / Abteilung Jüdisches Museum, Berlin: Jüdisches Museum 1989, S. 266. Bothe, Rolf (Hg.): Synagogen in Berlin, Teil 1, Berlin 1983, S. 218, Abb. 47.
Dargestellt/erwähnt:
Bezalel-Werkstätten
Schlagwort Inhalt/Geographie:
Vogel; Silberschmiedekunst; Segensspruch; Ornament; Jerusalem; hebräische Schrift
Schlagwort Kontext:
Dauerausstellung JMB: 11.1 Ost und West - Zionismus; Braut; Edot ha-Misrach; Kopfbedeckung
Schlagwort Objektart:
Besamim-Büchse

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