Memorabilia (dreidimensional): Deckelpokal mit Widmung an den Rabbiner Moritz Wolff (1824-1904) in CulmBild vergrößernDieses Bild ist möglicherweise urheberrechtlich geschützt und darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung verwendet werden.
Inv.-Nr.:
KGM 97/1/0
Sammlungsbereich:
Judaica/Angewandte Kunst
Gattung:
Memorabilia (dreidimensional)

Johann George Wilhelm Heinicke (1792 - 1855)

Deckelpokal mit Widmung an den Rabbiner Moritz Wolff (1824-1904) in Culm

Silber, teilvergoldet, getrieben, ziseliert, innen vergoldet, graviert

Berlin datiert lt. Inschrift 1857

Höhe:
46.5 cm
Durchmesser:
16.7 cm

Dm = Becherrand; Dm Fuß = 15,5; Höhe mit Deckel gemessen

Signatur:
Auf Fuß: 1. Marke: verschlagen; MZ: "H" für Wilhelm Heinicke (Scheffler, 1695); Lötigkeitsziffer: "12 L. Silber"; BZ: Bär und "L" (Scheffler, 15 = 1854/1860; Zeichenmeister J.W.D. Friedrich); Tremulierstrich
Inschrift:
Auf Kuppa: "Gewidmet von der israelitischen Gemeinde/ Culm/ im/ Februar 1857" u. "Ihrem verehrten Seelsorger/ Herrn Dr. Wolff"

Großformatiger, 46,5 cm hoher Deckelpokal mit rokokoeskem Dekor. Der Deckelpokal ruht auf einem zweifach getreppten Fuß, der mit Rocaillen- und Rosendekor verziert ist. Durch dieses Ornament ist der obere Teil des Fußes in vier Felder unterteilt, in deren Mitte sich Weinrebendekor befindet. Davon geht ein Schaft mit stark profiliertem Nodus und einer weiteren nodusartigen Verdickung darüber aus. Beide Elemente sind ebenfalls mit Rocaillenornament verziert. Darauf ist die Kuppa aufgesetzt. Im unteren Drittel der Kuppa befindet sich ein umlaufendes Blattband, über dem sich die Kuppa verengt. Oberhalb der Verengung weitet sich die Kuppa und mündet in einen leicht ausgestellten Lippenrand. Auf dem oberen Teil der Kuppa befinden sich vier, durch Rocaillen- und Rosendekor abgetrennte, Kartuschen. Zwei der sich gegenüber liegenden Kartuschen sind mit Weinrebendekor versehen. Die anderen zwei weiteren Kartuschen, tragen die Inschrift: "Ihrem verehrten Seelsorger/ Dr. Wolff" und "Gewidmet von der israelitischen/ Gemeinde/ Culm/ im/ Februar 1857". Auch der Deckel des Pokals ist reich mit Rocaillen- und Rosendekor verziert, läuft spitz zu und wird von einem birnenförmigen Knauf bekrönt.
Die Bezeichnung "Seelsorger" zeigt, dass die Gemeinde eine moderne Auffassung vertrat. Denn die Seelsorge gehörte erst seit dem 19. Jahrhundert zu den Aufgaben eines Rabbiners.
Culm (pol. Chelmno), die Stadt in der sich die israelitische Gemeinde befand, deren Seelsorger dieser Pokal gewidmet wurde, war die Kreisstadt in der Woiwodschaft Bromberg und gehörte von 1772 bis 1919 zu Preußen.

Literatur- und Abbildungsnachweis:
Stiftung Jüdisches Museum Berlin (Hg.): Zwei Jahrtausende deutsch-jüdische Geschichte. Geschichten einer Ausstellung, Berlin 2001. Scheffler, Wolfgang: Berliner Goldschmiede. Daten - Werke - Zeichen, Berlin 1968, S. XXI.
Dargestellt/erwähnt:
Jüdische Gemeinde Culm, Moritz Wolff (1824 - 1904)
Schlagwort Inhalt/Geographie:
Rabbiner; Ornament; Chełmno; jüdische Gemeinde; Gedenken; Berlin
Schlagwort Kontext:
Dauerausstellung JMB: 9.2 Modernisierung der Synagoge
Schlagwort Objektart:
Pokal

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