dreidim. Gegenstand des religiösen Gebrauchs: Zweiteiliges Gefäß zum rituellen Händewaschen (Majim Achronim)Bild vergrößernDieses Bild ist möglicherweise urheberrechtlich geschützt und darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung verwendet werden.
Inv.-Nr.:
2001/37/0/1-2
Sammlungsbereich:
Judaica/Angewandte Kunst
Gattung:
dreidim. Gegenstand des religiösen Gebrauchs

Yaakov Greenvurcel (geb. 1952)

Zweiteiliges Gefäß zum rituellen Händewaschen (Majim Achronim)

Silber, gegossen, durchbrochen

Jerusalem 2001

Höhe:
16 cm
Durchmesser:
14 cm

Unterteil: 5,5 x 14 cm Oberteil: 14 x 8,5 cm

Signatur:
Unterseite des oberen Teils: "design: y greenvurcel" // "jerusalem" // "yisrael" [hebr.], Marke des Künstlers "GJ israel" "SILVER 925 ", "kesef" [hebr.]
Inschrift:
Aus dem Unterteil auf Hebräisch graviert: "we-achalta we-sava'ta u-verachta"; Auf die Unterseite der Unterschale graviert: "17/55 J. Green"

Das zweiteilige Gefäß besteht aus einem Ober- und Unterteil. Der obere Teil des Gefäßes läuft kegelförmig und spitzwinkelig nach oben zu. An der Spitze des Kegels ist eine kleine, bewegliche Kugel montiert. Am unteren Ende schließt der Kegel mit einem in entgegengesetzter Richtung verlaufenden, kleineren Kegel ab. Der untere Teil des Gefäßes, die Unterschale, ruht auf einer runden Basis, die sich zylinderförmig nach oben verjüngt und in ein Auffangbecken mündet. Dieses Becken hat in der Mitte ein kleines Loch und ist mit drei ausgeschnittenen hebräischen Worten versehen, die ins Deutsche übersetzt bedeuten: "Und du wirst essen und du wirst satt werden und du wirst segnen." Die Unterschale hat auf einer Seite, unterhalb des Beckenrandes, eine kleine schlitzförmige Öffnung.
Der obere Teil des Gefäßes dient zur Aufnahme von Wasser, der untere Teil als Auffangbecken. Durch den Einschnitt am oberen Rand kann das Wasser ausgegossen werden. In die Spitze ist eine Art Verschluss eingelassen. Wird die Kugel des Verschlusses angehoben, kann das Wasser entweichen.
Das Gefäß dient der Durchführung des als "Majim Achronim" ("letztes Wasser") bezeichneten Rituals des Händewaschens, das im Judentum nach dem Essen und vor dem Aufsagen des Tischgebets oder eines Segensspruchs durchgeführt wird.
Die Inschrift auf der Oberseite der Unterschale ist dem Bibelzitat: "Und du wirst essen und satt werden und du sollst segnen den Ewigen deinen Gott für das schöne Land, das er dir gegeben." (Devarim/Dtn 8:10) entlehnt. Dieser biblische Text bildet die Grundlage der Idee des Tischgebets nach dem Essen einer Mahlzeit (Birkat ha-Mazon) im Judentum. (Vgl. Babyl. Talmud, tractate Berakoth, Folio 21a)
Das Gefäß wurde von dem israelischen Künstler Yaakov Greenvurcel entworfen und angefertigt. Greenvurcel verwendet für seine Entwürfe ritueller Objekte weniger traditionelle, sondern modern-abstrakte Formen.
Dieses Gefäß wurde von Yaakov Greenvurcel 55-mal hergestellt, das Jüdische Museum Berlin besitzt die ausgeführte Nummer 17.

Schlagwort Inhalt/Geographie:
Silberschmiedekunst; Majim Achronim; Jerusalem; hebräische Schrift; Dewarim (Deuteronomium)
Schlagwort Kontext:
Dauerausstellung JMB: 6.3 Tradition und Wandel - Schabbat; Minhag; Birkat ha-Mazon
Schlagwort Objektart:
Waschgefäß (Zeremonialobjekt)

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