Memorabilia (dreidimensional): DeckelpokalBild vergrößernDieses Bild ist möglicherweise urheberrechtlich geschützt und darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung verwendet werden.
Inv.-Nr.:
KGM 93/500/0
Sammlungsbereich:
Judaica/Angewandte Kunst
Gattung:
Memorabilia (dreidimensional)

Carl Friedrich Korok (1807 - 1858)

Deckelpokal

Silber, getrieben, graviert, ziseliert, Innenvergoldung

Breslau lt. Inschrift 1857 1850 bis 1857

Höhe:
26.5 cm
Durchmesser:
8.4 cm

maximaler Durchmesser; D Fuß: 7,80 cm

Signatur:
Am Rand des Fußes: BZ: Breslauer Stadtmarke, Kopf des Johannes mit Jahreszahl 57 (Vgl. Rosenberg, Nr. 1375/1376) MZ: KOROK (Vgl. Rosenberg, Nr. 1455)
Inschrift:
Zum / 70. Geburtstage / ihrem Vorsteher / gewidmet / die jüdische Korporation / Schildberg

Der Deckelpokal steht auf einem runden, dreifach getreppten Fuß, der umlaufend mit einem zweireihigen Perldekor verziert ist. Der Fuß verjüngt sich nach oben hin und mündet in einen kurzen Schaft von ca. 2 cm Höhe. Auf den Schaft folgt ein ausgeprägter Nodus, der ebenfalls umlaufend mit einem in zwei parallelen Reihen angeordneten, geprägten Perldekor versehen ist. Oberhalb des Nodus setzt sich der glattwandige Schaft nach oben hin fort und wird in seinen letzten 1,5 cm etwas breiter. Das breitere Endstück des Schaftes ist ebenfalls mit einem umlaufenden Perldekor verziert, danach mündet der Schaft in die Kuppa. Die Kuppa ist in ihrem ersten Viertel vierfach ausgebuckelt und auf jeder der vier Wölbungen befindet sich ein geprägtes florales Ornament mit jeweils zwei Blüten und Blattwerk. Danach setzt sich die Wandung in gerader Form nach oben hin fort und wird leicht breiter, bevor sie in den etwas ausgestellten Lippenrand ausläuft. Auf der Vorderseite des Pokals befindet sich eine Kartusche (ca. 5 x 4 cm), die von einem Ornament aus Blattwerk und Blüten begrenzt wird und eine gravierte Inschrift enthält. Am äusseren Rand des Deckels befindet sich eine umlaufend angeordnete Dekoration aus herzförmigen Palmetten. Danach verjüngt sich der glattwandige, leicht glockenförmige Deckel und endet an seiner Oberseite mit einem Knauf von ca. 4 cm Höhe. Der birnenförmige Knauf ist an seiner Unterseite mit einem Perlendekor versehen, seine Oberseite ist mit gravierter Verzierung und Punkten versehen. An der Spitze befindet sich eine Kugel von ca. 0,3 cm Durchmesser. Das Innere weist eine Vergoldung auf.
Seit dem Judengesetz für das Großherzogtum Posen vom 1. Juni 1833 waren jüdische Gemeinden in dieser Provinz im Besitz von Korporationsrechten. Die jüdischen Korporationen unterlagen dem preußischen Kommunal- und nicht dem Religionsrecht. Dies bedeutete implizit, dass Juden hier - neben Deutschen und Polen - als gesonderte ethnische Gruppe anerkannt wurden. (Vgl. Strauss, S. 114-132.) Diese Regelung betraf auch das in der Provinz Posen gelegene Schildberg (heute Ostrzeszów).
Die jüdische Korporation Schildberg schenkte ihrem Vorsteher im Jahr 1857 zu dessen 70. Geburtstag den Deckelpokal.

Literatur- und Abbildungsnachweis:
Zur jüdischen Gemeinde Schildberg: Heppner, A./Herzberg, I. (Hg.): Aus Vergangenheit und Gegenwartmder Juden und der jüdischen Gemeinden in den Posener Landen, 2 Bde., Bd. 2, S. 917-919. Zu jüdischen Korporationsrechten in Preußen: Strauss, H. A.: Liberalism and Conservatism in Prussian Legislation for Jewish Affairs. 1815-1847, in: Ders. u. Reissner, H.G. (Hg.): Jubilee Volume dedicated to Curt C. Silbermann, New York 1969.
Dargestellt/erwähnt:
Jüdische Gemeinde Schildberg
Schlagwort Inhalt/Geographie:
Ostrzeszów; jüdische Gemeinde; Gemeindevorsteher (Judentum); Gedenken; Geburtstag; Wrocław
Schlagwort Kontext:
Dauerausstellung JMB: 5.1 Moses Mendelssohn und die Aufklärung - Juden in Deutschland; Gemeindeleben
Schlagwort Objektart:
Pokal

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