dreidim. Gegenstand des religiösen Gebrauchs: Jahrzeit-LeuchterBild vergrößernDieses Bild ist möglicherweise urheberrechtlich geschützt und darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung verwendet werden.
Inv.-Nr.:
KGM 81/138/0
Sammlungsbereich:
Judaica/Angewandte Kunst
Gattung:
dreidim. Gegenstand des religiösen Gebrauchs

Jahrzeit-Leuchter

Deutschland 1890 bis 1930

Höhe:
14 cm
Durchmesser:
8 cm
Inschrift:
Auf dem Fuß von Innen geprägt, hebr.: "Ner Adonai nishmat adam" übers. auf Deutsch: "die Seele des Menschen ist ein Licht des Ewigen". Über der Inschrift befindet sich ein geprägter Magen David.

Leuchter für eine Kerze. Der kegelförmige Fuß verjüngt sich nach oben hin und ist in seinem obersten Drittel umlaufend mit senkrecht geprägten Linien versehen. Es folgt ein schmaler Schaft, der einen zylinderförmigen Kerzenhalter mit durchbrochener Wandung trägt. Der Fuß ist mit einer geprägten Inschrift auf Hebräisch und Deutsch versehen (Spr. 20:27/Mischle 20:27, siehe Inschrift).
Es gibt im Judentum den Brauch (Minhag), am Jahrestag des Todes eines geliebten Menschen eine Jahrzeit-Kerze zu entzünden. Die Kerze soll 24 Stunden lang brennen, deshalb hat der Kerzenhalter eine bestimmte Größe, um eine Kerze mit langer Brenndauer aufzunehmen. Die Kerze wird an jedem Tag der Trauerwoche (Schiwa) entzündet, die nach einem Todesfall folgt: nach Sonnenuntergang am Vorabend des Jahrestages eines Todesfalls sowie an bestimmten Feiertagen, an denen der Gedenkgottesdienst (Jiskor) in der Synagoge stattfindet, z.B. an Jom Kippur.
In der Zeit vom späten 19. bis zum frühen 20. Jahrhundert wurden Jahrzeit-Lampen in Deutschland gewöhnlich aus Stein oder Metall hergestellt.
Diese Lampe war ursprünglich komplett versilbert. Der Kerzenhalter läuft bei Gebrauch durch die brennende Kerze dunkel an. Offensichtlich wurde die Lampe regelmäßig gereinigt, wodurch die Silberauflage abgerieben wurde. Die Versilberung auf dem Fuß hingegen ist nahezu intakt und weist darauf hin, dass dieser Teil der Lampe selten gereinigt wurde.
Dieses Objekt war Teil der Sammlung Zwi Sofer, die 1981 für die Jüdische Abteilung des Berlin Museums erworben wurde und sich heute im Jüdischen Museum Berlin befindet. Da die Provenienz des Objekts zwischen 1933 und 1945 Lücken aufweist, ist das Jüdische Museum Berlin bemüht diese durch gezielte Recherchen aufzuklären.

Literatur- und Abbildungsnachweis:
Sofer, Zvi (Hg.): Jüdischer Alltag, Jüdischer Festtag, Ausst.Kat. Lübeck/Duisburg/Hannover 1975, Nr. 203, S. 80. Die Sammlung Zvi Sofer, Ausst.Kat., Hameln 1980, Nr. 289, S. 82.
Schlagwort Inhalt/Geographie:
Mischlej (Buch); Magen David; Jahrzeit-Licht; hebräische Schrift; Deutschland
Schlagwort Kontext:
JMB-Thema: Riten und Bräuche im jüdischen Lebenslauf; Totengedenken; Schiwa (Trauerwoche); Minhag; Jom Kippur
Schlagwort Objektart:
Leuchter

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