dreidim. Gegenstand des religiösen Gebrauchs: Seder-Teller Bild vergrößernDieses Bild ist möglicherweise urheberrechtlich geschützt und darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung verwendet werden.
Inv.-Nr.:
KGK 75/1/0
Sammlungsbereich:
Judaica/Angewandte Kunst
Gattung:
dreidim. Gegenstand des religiösen Gebrauchs

Blumenthal Copeland England - GEARYS

Seder-Teller

Steinzeug, Transferdruck, glasiert

Beverly Hills, Kalifornien, USA um 1975

Höhe:
2.5 cm
Durchmesser:
26.5 cm
Signatur:
[Blaustempel:] COPELAND - ENGLAND; GEARY'S 351 NORTH BEVERLY DRIVE BEVERLY HILLS, CALIFORNIA
Inschrift:
Die Inschriften befinden sich im Feld "Beschreibung"

Inschrift: Umlaufend auf der Fahne in hebräisch und englisch, beginnend von oben, entgegen dem Uhrzeigersinn:
"Seder/ha-ke'ara/THE SERVICE OF/THE PASSOVER/kaddesch-sanctification/urchatz-wash the hands/karpas-the parsley/jachaz-middle cake/maggid-the service/rachza-wash the hands/
mozi-the grace/mazza-uppermost cake/korech-eat the bitter herb/schulchan-meat on the table/orech-partake/zafun-middle matzoh/barech-grace after meat/hallel-the Hallel/nirza-divine acceptance"
Im Fond, umlaufend, auf hebräisch und englisch, beginnend von oben, entgegen dem Uhrzeigersinn: "bejza-baked egg/karpas-parsley/
chaseret-saltwater/charosset-cheroses/maror-bitter herb/seroa-bone roasted"
Der weisse, blau bedruckte Teller zeigt in der Mitte des Fonds die Darstellung einer kleinen Ziege in einer runden Kartusche, die das Zentrum eines Davidsterns ist, der fast die ganze Fläche des Fonds ausfüllt. Zwischen den Zacken des Davidsterns befinden sich insgesamt sechs weitere runde Felder, die umlaufend mit einem Ornament verziert und mit Inschriften versehen sind. In vier der sechs Zacken des Davidsternes befindet sich jeweils die Abbildung eines Pokals, in zweien ist jeweils ein Kerzenleuchter mit brennender Kerze abgebildet. Die vier dargestellten Pokale stehen wahrscheinlich für die vier Gläser Wein, die beim Seder-Abend getrunken werden, die beiden Leuchter für die Feiertagslichter, die zu Beginn des Seder-Abends entzündet werden. Die Zwischenräume zwischen den Spitzen des Sterns und den runden Feldern sind mit feinlinigen Ornamenten ausgefüllt.
Die Fahne des Tellers ist mit Ornamenten verziert, die siebzehn Felder entstehen lassen, die die Reihenfolge des Seder-Abends zeigen. Der Äussere Rand des Tellers ist leicht gewellt.
Die Produktion dieses Seder-Tellers war die Idee von Fred Meyer (1909-1985) und eine Arbeit, die 1975 vom Geschäft Gearys in Los Angeles in Auftrag gegeben wurde. Hergestellt wurde der Teller von der Copeland China Company of England.
Fred Meyers Großeltern sind Mitte des 19. Jahrhunderts aus Frankfurt nach Kalifornien immigriert und betrieben Landwirtschaft in der Gegend um San Jose. Fred Meyer und seine Frau Ruth Nathan erwarben 1930 einen kleinen Laden und bauten ihn zu einer Verkaufsstelle für Inneneinrichtungsartikel mit einem Jahresumsatz von mehreren Millionen Dollar aus, die sich bis heute in Familienbesitz befindet.
Die Gestaltung des Tellers greift das Design eines früher entworfenen Seder-Tellers, der von Ridgways of Staffordshire in England hergestellt wurde und von Tepper of London in den Zwanziger Jahren vertrieben wurde, auf. Die englischen und hebräischen Formulierungen und Beschriftungen auf dem Teller von Gearys wurden direkt von den Tellern aus der Produktion von Ridgways übernommen, was die leicht antiquierte Terminologie, wie "baked egg" erklärt. In der Version des Seder-Tellers von Copeland wurden einige Begriffe korrigiert ("middle matzoh" anstatt "middle matzot", "middle cake" für "mittle cake"). In einer kühnen Änderung der Bildsprache wurde das Pessach-Lamm in der Mitte des Davidsterns im Fond, das auf deutschen, historischen Seder-Tellern oft als zentrales Motiv zu finden ist, durch ein Zicklein ersetzt. Die Darstellung des Zickleins bezieht sich auf das Lied "Chad Gadja" (ein Zicklein), das zum Ende des Seder-Abends gesungen wird. Das Entfernen der Abbildung des Lammes deutet möglicherweise auf den Einfluss des Reformjudentums hin, das den Standpunkt vertritt, dass die Praxis des Tieropfers im antken Tempel nie wieder Bestandteil des jüdischen Ritus werden soll.

Literatur- und Abbildungsnachweis:
Bendt, Vera: Judaica-Katalog, Kat. Berlin-Museum / Abteilung Jüdisches Museum, Berlin: Jüdisches Museum 1989, S. 245, Nr. 158
Schlagwort Inhalt/Geographie:
Ziege; Vier Becher (Brauch); Tehillim (Buch); Seder-Speise; Seder-Abend; Menora; Magen David; hebräische Schrift; Händewaschung; Chad Gadja; Beverly Hills (Kalifornien)
Schlagwort Kontext:
Dauerausstellung JMB: 6.5 Tradition und Wandel - Feiertage; Pessach
Schlagwort Objektart:
Seder-Teller

Schreiben Sie uns: