dreidim. Gegenstand des weltlichen Gebrauchs: Mappe aus dem Besitz der Politikerin und Frauenrechtlerin Josephine Levy-Rathenau (1877-1921)Bild vergrößernDieses Bild ist möglicherweise urheberrechtlich geschützt und darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung verwendet werden.
Inv.-Nr.:
2001/106/857
Sammlungsbereich:
Alltagskultur
Gattung:
dreidim. Gegenstand des weltlichen Gebrauchs

Mappe aus dem Besitz der Politikerin und Frauenrechtlerin Josephine Levy-Rathenau (1877-1921)

Karton; Textil; Lackfarbe

ca. 1900 bis 1921

Höhe:
28.4 cm
Breite:
19.8 cm
Tiefe:
0.6 cm

geschlossen gemessen

Dokumentenmappe, bestehend aus zwei Kartondeckeln, die durch zwei rote Stoffbänder zusammengehalten werden. Auf die Aussenseiten der Deckel sind großformatige Blumen geritzt, die mit Goldfarbe umrandet und mit roter und grüner Lackfarbe ausgemalt sind. Der Hintergrund ist mit brauner Farbe in der Optik von grobem Leder bemalt. Innen ist die Mappe mit roséfarbenem Papier ausgeschlagen.
Die Mappe gehört zu einer umfangreichen Familiensammlung über drei Generationen der Familie Rathenau. Von Josephine Levy-Rathenau ist vor allem Familienkorrespondenz erhalten, ebenso zwei Reisetagebücher und mehrere großformatige Alben mit kommerziellen Fotografien von Reisen in verschiedene Länder Europas. Ihre berufliche und politische Tätigkeit ist in der Sammlung nicht dokumentiert.
Josephine Rathenau gründete 1899, noch vor ihrer Heirat mit dem Industriellen Dr. Max Levy, den "Berliner Frauenclub 1900" dessen Vorsitzende sie war. Ab 1900 leitete sie die "Auskunftsstelle für Frauenberufe" im Bund deutscher Frauenvereine und setzte sich für die Zulassung und Anerkennung von Ausbildungsabschlüssen von Frauen, besonders im Handwerk, ein. Ebenfalls gründete sie die Zeitschrift "Frauenberuf und Erwerb". Während des Ersten Weltkriegs kümmerte sie sich um Probleme und Bedürfnisse von Frauen und Kindern, deren Männer an die Front geschickt wurden. Des weiteren setzte sich Josephine Levy-Rathenau für die Zusammenarbeit verschiedener Frauengesellschaften, gleich welcher Konfession, ein. Die Schlüsselvereinigung bildete dabei der "Nationale Frauendienst", dessen zweite Vorsitzende sie war. In der Weimarer Republik war Josephine Levy-Rathenau als Kandidatin der Deutschen Demokratischen Partei (DDP) die erste Stadträtin von Berlin. In ihren Publikationen befasste sie sich mit Themen zur Berufstätigkeit von Fraun wie "Die deutsche Frau im Beruf" oder "Die Frau als technische Angestellte".

Literatur- und Abbildungsnachweis:
Jürgen Nürnberger / Dieter G. Maier: Josephine Levy-Rathenau. Frauenemanzipation durch Berufsberatung , Berlin 2013 (Jüdische Miniaturen Band 137, hg. von Hermann Simon)
Dargestellt/erwähnt:
Josephine Levy-Rathenau (3.6.1877 - 15.11.1921)
Schlagwort Inhalt/Geographie:
Politiker; berufstätige Frau; Berlin
Schlagwort Kontext:
Frauenemanzipation
Schlagwort Objektart:
Mappe (Hülle)

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