dreidim. Gegenstand des religiösen Gebrauchs: Chanukka-Leuchter mit FreiheitsstatuenBild vergrößernDieses Bild ist möglicherweise urheberrechtlich geschützt und darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung verwendet werden.
Inv.-Nr.:
2005/89/0
Sammlungsbereich:
Judaica/Angewandte Kunst
Gattung:
dreidim. Gegenstand des religiösen Gebrauchs

Manfred Anson

Chanukka-Leuchter mit Freiheitsstatuen

Bronze; gegossen, montiert

New Jersey, USA 2005

Höhe:
58.42 cm
Breite:
40.64 cm
Signatur:
Auf Sockelrückseite: "M. ANSON 47" und "MADE IN U.S.A."

Auf einem dreifach getreppten, runden Fuß ist ein glattwandiger Balusterschaft montiert, von dem rechts und links je vier Leuchterarme abgehen. Die Leuchterarme münden jeweils in einer Miniatur-Freiheitsstatue, die auf einem kleinen, viereckigen Sockel steht. Diese Sockel sind mit eingravierten Inschriften versehen. Von rechts nach links lauten die Inschriften auf der Vorderseite "EXODUS FROM EGYPT", "BABYLONIAN EXILE 597-538 BCE", "JUDAH MACCABEE 168 BCE", "2 REVOLTS AGAINST ROME" und auf der Rückseite "60-70 CE,132-135 CE", "GALUT", "HERZL, ZIONIST CONGRESS, BASEL 1897", "HOLOCAUST 1939- 1945", "ISRAEL-1948". Die Miniatur-Freiheitsstatuen halten jeweils in der Hand des ausgestreckten rechten Arms einen Kerzenhalter. Eine weitere Miniaturfreiheitsstatue ist auf einem seitlich vom Schaft abgehenden, beweglichen Schammasch (Dienerlicht) aufgesetzt. Der Leuchter wird bekrönt von einer Figur des amerikanischen Adlers, die auf der Verlängerung des Schafts ruht.
Dieser aus Bronze gegossene und montierte Chanukka-Leuchter wurde im Jahr 2005 von Manfred Anson als Auftragsarbeit für das Jüdische Museum Berlin gefertigt.
Manfred Anson wurde 1922 im fränkischen Dinkelsbuehl geboren. Ihm gelang 1939, im Alter von 17 Jahren, die Flucht nach Australien. Seit 1963 lebte er bis zu seinem Tode im Jahr 2012 in den USA. Dort begann er mit dem Sammeln von Freiheitsstatue-Souvenirs. In seiner Sammlung befanden sich unter anderem historische Miniaturmodelle der Freiheitsstatue, die ursprünglich angefertigt wurden, um durch ihren Verkauf Gelder für die Errichtung des Originalmonuments zu erhalten. Angeregt durch einen Ausstellungsbesuch im Jewish Museum New York hatte Anson die Idee zwei Freiheitssymbole, die amerikanische Freiheitsstatue und die Menora, zu einem Objekt zu verschmelzen. Er fertigte Abgüsse der historischen Modelle der Freiheitsstatue aus seiner Sammlung und wandelte sie in Kerzenhalter um. Die auf den Sockeln eingravierten Daten und Fakten sollten zusätzlich auf den Freiheitskampf des jüdischen Volkes verweisen. Ursprünglich als einmaliges Geschenk für seine Familie gedacht, wurde der Leuchter in der Folgezeit von Anson mehrfach reproduziert. Ein Jahr nach dem Ableben Manfred Ansons würdigte Präsident Barak Obama dessen Leben und Werk und entzündete im Weißen Haus zu Chanukka feierlich einen seiner Leuchter.
Es existieren heute weltweit in Dauerausstellungen diverser Museen - etwa im "Skirball Museum (Los Angeles) und dem Beit Hatefutsot (Tel Aviv) - weitere Abgüsse dieses Chanukka-Leuchters.

Literatur- und Abbildungsnachweis:
Cohen-Grossmann, Grace (Hg.): New Beginnings. The Skirball Museum Collections and Inaugural Exhibition, Berkeley 1996 (Abb. auf dem Cover).
Schlagwort Inhalt/Geographie:
Adler; Freiheitsstatue (New York); Zionismus; Staatsgründung; Schoa; Schemot (Exodus); New Jersey; Makkabäer-Aufstand; Israel (Geografie); Galut; Babylonisches Exil
Schlagwort Kontext:
Emigration nach Australien; Emigration in die USA; Religionsfreiheit; nationale Identität; Meinungsfreiheit; Befreiung
Schlagwort Objektart:
Chanukka-Leuchter

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