Druckgrafik: Tafel LII: Der Jude Ephraim lehrt Ludwig, auch Menschen anderer Religion zu achtenBild vergrößernDieses Bild ist möglicherweise urheberrechtlich geschützt und darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung verwendet werden.
Inv.-Nr.:
2003/284/10
Sammlungsbereich:
Kunst
Gattung:
Druckgrafik

Gottlieb Leberecht Crusius (1730 - 1804), Christian Gotthilf Salzmann (1744 - 1811), Daniel Nikolaus Chodowiecki (1726 - 1801)

Tafel LII: Der Jude Ephraim lehrt Ludwig, auch Menschen anderer Religion zu achten

Kupferstich, auf Pappe aufgezogen

Leipzig 1787

Höhe:
14.3 cm
Breite:
8.8 cm
Signatur:
u.l.: D. Chodowiecki del - Crusius sc.
Inschrift:
o.r.: LI, o.l.: p.289 u.M.: "Es giebt bey alle Religione gute Leute."

Kupferstich, auf Pappe aufgezogen, mit grünem Rand beklebt.
Der Jude Ephraim, mit Kippa, langem Bart und Umhang, einen breitkrempigen Hut in der Hand, steht vor Ludwig und spricht zu ihm. Im Hintergrund sitzen zwei weitere Männer.
Zu: Salzmann, S. 289
Ludwig, der bislang geglaubt hatte, alle Juden wären böse Leute, wird von dem Juden Ephraim von seinen Zahnschmerzen kuriert. Ephraim (der im Buch Dialekt spricht) belehrt ihn: "Lerne der Herr nur erst die Jude kenne, er wird finde, daß es nicht wahr ist. Es giebt bey alle Religione gute Leute! Ich will zwar nicht widerstreite, daß es nicht auch viele böse Leut unter unsere Nation giebt. Aber das ist ja kein Wunder, da uns die Christe so stark drükke. Stelle sich der Herr vor, wenn ich auf Reise bin, da muß ich allenthalbe Zoll gebe, wie wenn ich ein Schwein oder ein Roß wäre. Und ich bin doch so gut ein Mensch als ein anderer. Soll mich das nicht verdrüße? [...] Giebt unter unsere Nation und unter Christe Betrüger. Wenn aber unsere Nation betrüget, so sind die Christe selbst daran Ursach. Sie schneide uns ja alle Gelegenheit ab, uns zu nähre. / Wenn der Christ etliche Söhne hat, so läßt er den eine ein Schuster, den andern ein Schneider, den dritte ein Priester werde, da finden alle ihr Brod. Uns arme Leut ist das aber nicht erlaubt. Wir müssen alle vom Schacher lebe. Wenn nun ein armer Jud fünf bis sechs Kinder zu ernähre hat, und mit seinem Schacher kaum etliche Pfennige verdiene kan des Tags - was soll er denn thun? soll er die Kinder denn verhungere lase? ist er nicht gezwunge zu betrüge, oder gar zu stehle?" (Salzmann, S. 289f.)

Literatur- und Abbildungsnachweis:
Salzmann, Christian Gotthilf: Moralisches Elementarbuch nebst einer Anleitung zum nützlichen Gebrauch desselben, Leipzig: Siegfried Lebrecht Crusius 1784-1788.
Beschriftung Rückseite:
handschriftlich in Tinte: "52."
Schlagwort Inhalt/Geographie:
Moralisches Elementarbuch (Titel); Soziale Normen und Werte; Jude (Darstellungstradition); Leipzig; Kippa; Kind; Illustration; Gespräch (Motiv)
Schlagwort Kontext:
Dauerausstellung JMB: 9.3 Modernisierung der Erziehung; pädagogisches Konzept; Aufklärung
Schlagwort Objektart:
Lehrmittel; Kupferstich
Gehört zu:
Sammeldatensatz: 26 Illustrationen zu Christian Gotthilf Salzmanns "Moralischem Elementarbuch"

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