Inv.-Nr.:
Konvolut/110/0
Sammlungsbereich:
Bereichsübergreifender Bestand
Gattung:
Gattungsübergreifender Bestand

Sammlung Carl und Elisabeth Rother

Leobschütz, Erfurt, Berlin, Boppard, Fulda, Weehawken u.a. ca. 1790 bis 1975

Die Sammlung Carl und Elisabeth Rother umfasst hauptsächlich Korrespondenz aus der Nachkriegszeit zwischen den Jahren 1946 und 1950. Das in die USA emigrierte Ehepaar korrespondierte von dort aus mit ihren nächsten Verwandten in Deutschland, aber auch mit Bekannten aus ihrem ehemaligen Heimatort Leobschütz in Oberschlesien. Die Sammlung zeichnet
durch die vorliegende Korrespondenz ein eindrucksvolles Bild der Lage im Nachkriegsdeutschland.
Dabei erhält man vor allem Einblick in die Situation der Vertriebenen aus Schlesien. Die Briefe der Familie Gierlich-Umpfenbach sind durchdrungen von katholischen Anschauungen.
Aus der Kriegszeit ist wenig Korrespondenz in der Sammlung erhalten. Nachrichten über das Schicksal ihrer Verwandten erreichten die Rothers nicht; ein Telegramm einer Bekannten aus Leobschütz, Elise Luft, berichtet über ihre eigene "Umsiedlung". Ein Nachkriegsbericht von einer weiteren Bekannten aus dem Heimatort, Elise Militscher, informierte die Rothers über die Vorkommnisse während der NS-Zeit.
In den Jahren 1947 und 1948 erreichten zahlreiche Bittschreiben von Familienangehörigen, Bekannten aber auch Fremden die Rothers in den USA. Die Absender beschrieben ausführlich die schlechte Versorgungslage in Deutschland und baten um Care-Pakete mit Lebensmitteln und Kleidung aber auch um Geldanweisungen.
Den Briefen gemeinsam ist die detaillierte Beschreibung der desolaten Verhältnisse im
Nachkriegsdeutschland. Meist steht diesen ein Bericht über die letzten Kriegs- und ersten Befreiungstage sowie über die Vertreibung aus Oberschlesien vor. Den Rothers wird meist gratuliert, zur richtigen Zeit das Land verlassen und all diese Schrecken nicht erlebt zu haben.
Elisabeth Rothers Familie überlebte den Krieg. Im Nachkriegsdeutschland trennten jedoch die
verschiedenen Besatzungszonen die Familie.
Das letzte Dokument der Sammlung ist auf 1953 datiert. Es ist ein Antwortschreiben des Paters Lucius Teichmann, das die streng katholische Einstellung von Elisabeth und Carl Rother offenlegt und ein Schlüsseldokument für den Roman "Großmama packt aus" von Irene Dische ist, der Stifterin der Sammlung und Enkelin der Rothers.

Literatur- und Abbildungsnachweis:
Dische, Irene: Großmama packt aus. Hamburg 2005.
Dargestellt/erwähnt:
Elisabeth Rother (1891 - 1987), Maria Renate Dische (24.7.1920 - 29.12.2001), Carl Rother (1885 - 1963), Irene Dische
Schlagwort Inhalt/Geographie:
Itapetininga; Wipperfürth; Prędocice (Toporów); Ruhpolding; Pfarrkirchen; Boppard; Altenberg (Bergisches Land); Kamp-Bornhofen; Weehawken (New Jersey); Vereinigte Staaten von Amerika; Trier; Theresienstadt (Konzentrationslager); Pegnitz; New York (Stadt); Mönchengladbach; Melbourne; Głubczyce; Heidenheim; Hamm (Nordrhein-Westfalen); Fulda; Erfurt; Coburg; Wrocław; Berlin
Schlagwort Kontext:
Emigration in die USA; Weltkrieg (1914-1918); Nachkriegszeit; Konversion; Chirurg

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