Fotografie (s/w): Sally Israel (1872-1937) mit drei Bekannten in bayrischer LandestrachtBild vergrößernDieses Bild ist möglicherweise urheberrechtlich geschützt und darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung verwendet werden.
Inv.-Nr.:
2005/153/5
Sammlungsbereich:
Fotografische Sammlung
Gattung:
Fotografie (s/w)

Sally Israel (1872-1937) mit drei Bekannten in bayrischer Landestracht

Fotografie

Bad Reichenhall um 1920

Höhe:
13.6 cm
Breite:
8.6 cm

S/W-Fotopostkarte, Hochformat.
Atelierfoto von Sally Israel und drei Bekannten, die vor einem gemalten Prospekt posieren. Bei dem Hintergrundgemälde handelt es sich um ein Reichenhaller Motiv (Blick ins Saalachtal), Sally Israel sitzt, neben ihm ein Wanderrucksack; links von ihm steht ein Mann mit Wanderstab in der Hand (typisch in jener Zeit ist die Benutzung von so genannten "Alpenstangen" bei Bergwanderungen, wie hier
angedeutet.); rechts von ihm legt ein Mann, ebenfalls mit Wanderstab, den Arm um eine mit einem Dirndl bekleidete Frau. Alle schauen verhalten lächelnd in die Kamera.
[Auskunft von Dr. Johannes Lang, Dr. Johannes Lang
Stadtarchivar / Stadtheimatpfleger]:
Bei der Tracht handelt es sich um die so genannte Gebirgstracht, wie sie in der Zeit um
1880 - 1900 durch diverse Gebirgstrachten- Erhaltungsvereine salonfähig gemacht wurde. Über die Authentizität der Tracht ließe sich freilich trefflich streiten. Man könnte vielleicht eher sagen: Es ist jene Tracht, die vornehmlich von Gästen getragen wurde, um ihre Verbundenheit zur einheimischen Bevölkerung zu demonstrieren. Bad Reichenhall hatte damals, bis weit in die 1930er Jahre, den Ruf, ein "Judenbad" zu sein, da es hier gute infrastrukturelle Voraussetzungen gab (jüd. Restaurants, Betsäle, Hotels, Schlachthaus für koschere Speisen, jüd. Kurärzte).
Nach der Niederschlagung der Räterepublik stieg auch in Bad Reichenhall der Antisemitismus - allerdings bei weitem nicht in dem Maße wie in den meisten anderen Kur- bzw. Sommerfrischeorten. Gründe für einen "gemäßigten" Antisemtismus waren: Es gab mehrere angesehene jüdische Kurärzte und
Wohltäter; die jüdische Kurklientel war nach wie vor ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Bad Reichenhall hatte 1914 von allen Kur- und Sommerfrischeorten in Bayern die höchste Ausländerquote (über 50%), es muss
hier also eine erhöhte Toleranz fremden Ethnien und Religionen gegenüber gegeben haben.
[Nach den Angaben von Dr. Johannes Lang
Stadtarchivar / Stadtheimatpfleger.]

Literatur- und Abbildungsnachweis:
Heft "7x blau-weiß", Artikel zu Sally Israel von Ulrike Neuwirth, in: Jüdisches Museum Berlin (Hg.): gesammelt gefaltet gezählt, Nicolai Verlag 2009. Neil MacGregor, Germany. Memories of a Nation, Penguin London 2014, S. 521
Beschriftung Rückseite:
Sally 2. von links / (prob. Martha beside / him) [handschriftlich, mit Bleistift] // [...] Fritz. Hofphotogr. Bad Reichenhall [Stempel, z.T. unleserlich]
Dargestellt/erwähnt:
Sally Israel (24.3.1872 - 6.3.1937)
Schlagwort Inhalt/Geographie:
Sommer; Behälter; Stock; Tracht; Wandern; Landschaftsdarstellung; Gruppenporträt; Bad Reichenhall
Schlagwort Kontext:
Einstieg Objektsuche: Sommer, Sonne, Urlaub
Schlagwort Objektart:
Schwarz-Weiß-Fotografie; Postkarte

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