dreidim. Gegenstand des religiösen Gebrauchs: HandwaschbeckenBild vergrößernDieses Bild ist möglicherweise urheberrechtlich geschützt und darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung verwendet werden.
Inv.-Nr.:
2005/307/0
Sammlungsbereich:
Judaica/Angewandte Kunst
Gattung:
dreidim. Gegenstand des religiösen Gebrauchs

S & D Loewenthal

Handwaschbecken

Silber, gegossen, graviert

Frankfurt a. Main lt. Inschrift 1896 1895 bis 1896

Höhe:
8.5 cm
Breite:
46.5 cm
Tiefe:
0 cm
Durchmesser:
46.5 cm
Signatur:
Auf der Fahne: Mond, Reichskrone und "930". Weitere Stempel auf der Unterseite, siehe Beschreibung
Inschrift:
Hebr. Inschrift u. Übersetzung siehe Beschreibung.

Das Becken hat eine runde Grundform, die Fahne von ca. 6,50 cm Breite weist ein aufwendiges, getriebenes Dekor mit Blüten und Rocaillen auf. Der äusserste Rand der Fahne ist mit geschwungenen Ornamenten, deren Enden zu Voluten gedreht sind, besetzt. Die Fahne ist nicht gleichmäßig rund und teilweise verbogen. Die Wandung ist ebenmäßig gerundet und von glatter Oberfläche. Die Übergangsstelle zum Fond ist durch ein rund umlaufendes, ca. 0,50 cm hervortretendes, mit kleinen Rocaillen in gleichmäßigen Abständen verziertes Band, abgegrenzt. Auf dem gleichmäßigen runden Fond befindet sich die hebräische Inschrift: "Terumat kessef le-Bet Tefilat Jeschurun be-Frankfurt dMain/me´et Raw Naftali ben Raw Schlomo Hermann Meyer be-London/lichwod u-le-sichron awi/ Raw Schlomo ben Raw Natan ha-Kohen/isch jaschar holech tamim we-jare Elohim saris u-medukdak ba-mizwot Birkat Kohanim/Be-wait ha-se arbaim schana/schewi´i schel Pessach (5)656/jom sche-halta schanat ha-ewel" ( dt.= "Eine silberne Stiftung für das Bethaus Jeschurun in Frankfurt am Main/von Raw Naftali ben Raw Schlomo Hermann Meyer in London / zur Ehre und zum Gedenken an meinen Vater / Rav Schlomo Sohn von Rav Natan dem Kohen /eines Mannes, der untadelig wandelte, gottesfürchtig war und emsig und akkurat die Gebote des Priestersegens vierzig Jahre lang in diesem Haus erfüllt hat / am siebenten Tag von Pessach 1896, dem Tag, der das Trauerjahr beendet.")
Das Becken hat einen 2,5 cm hohen Fuß, dessen Unterseite gerade mit den Rändern des Fußes abschließt. Ein dickes Silberblech, das an der Unterseite eingesetzt wird, dient als stabilisierendes Gewicht für das Becken.
Auf der Unterseite des Handwaschbeckens ist in Schreibschrift "S. & D. Loewenthal, Frankfurt a. Main" eingraviert. Außerdem befinden sich auf der Unterseite mehrere Stempel: Mittig ist einmal ein Halbmond mit Reichskrone und "930", am Rand ist drei Mal "930" und eine unbekannte Marke (fünfblättrige Rose) gestempelt.
Rund um die hebräische Inschrift weist das Becken Schleifspuren auf, die darauf hindeuten, dass zum Becken ursprünglich auch eine Kanne gehörte, die heute verschollen ist.
Das Waschbecken zur rituellen Handwaschung vor dem Priestersegen wurde der Synagoge der Israelitischen Religionsgesellschaft in der Schützenstraße in Frankfurt am Main von Hermann Maier in Erinnerung an seinen verstorbenen Vater gestiftet.
Die Israelitische Religionsgesellschaft gehörte zur so genannten Neo-Orthodoxie, einer modernen Orthodoxie, die sich im 19. Jahrhundert in Deutschland entwickelte. Ihre Anhänger hielten am jüdischen Religionsgesetz fest, verbanden dies jedoch mit allgemeiner Bildung und der Verwurzelung in der deutschen Kultur und Gesellschaft. 1907 gab die Israelitische Religionsgesellschaft ihre 1852/53 erbaute Synagoge in der Schützenstraße auf und zog in ein größeres Gotteshaus in der Friedberger Anlage.

Dargestellt/erwähnt:
Hermann Meyer
Schlagwort Inhalt/Geographie:
Synagoge (Gebäude); Silberschmiedekunst; Neo-orthodoxes Judentum; jüdische Gemeinde; Händewaschung; Gedenken; Frankfurt am Main; Awelut
Schlagwort Kontext:
JMB-Thema: Riten und Bräuche im jüdischen Lebenslauf; Dauerausstellung JMB: 9.2 Modernisierung der Synagoge; Geschenk; Levit; Eltern-Kind-Beziehung; Einzelhandelsunternehmen; Birkat ha-Kohanim
Schlagwort Objektart:
Waschgefäß (Zeremonialobjekt)

Schreiben Sie uns: