dreidim. Gegenstand des weltlichen Gebrauchs: Vase aus der Produktion der Haël-WerkstättenBild vergrößernDieses Bild ist möglicherweise urheberrechtlich geschützt und darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung verwendet werden.
Inv.-Nr.:
2006/74/23
Sammlungsbereich:
Judaica/Angewandte Kunst
Gattung:
dreidim. Gegenstand des weltlichen Gebrauchs

Margarete Heymann-Loebenstein (später Marks) (1899 - 1990), Haël-Werkstätten für künstlerische Keramik

Vase aus der Produktion der Haël-Werkstätten

Steinzeug, glasiert

Marwitz 1923 bis 1933

Höhe:
23.5 cm
Durchmesser:
20.5 cm
Signatur:
Auf der Unterseite: Haël-Monogramm, unter Glasur gestempelt

Das Gefäß ruht auf einem niedrigen Standring, der zu einer hohen, nach oben konisch erweiterten und zum Rand leicht ausgestellten Wandung aufschwingt. Die untere Hälfte des Gefäßes ist außen glattwandig und mit einer schwarzen Glasur versehen, wohingegen die obere Hälfte eine geriffelte Struktur horizontaler Linien aufweist und mit einer strahlenden, roten Uranglasur überzogen ist.
Dieser Blumenübertopf wurde in den "Haël-Werkstätten für künstlerische Keramik" hergestellt. Die "Haël-Werkstätten" wurden 1923 von der Keramikerin Margarete Heymann-Loebenstein gemeinsam mit ihrem Ehemann Gustav Loebenstein und dessen Bruder in einer alten Ofenfabrik bei Berlin gegründet. Der Name Haël setzte sich aus "H" für Heymann, dem Mädchennamen der Keramikerin, und "L" für Loebenstein zusammen. Margarete Heymann- Loebenstein oblag die künstlerische Leitung des Betriebs. Nachdem ihr Ehemann und dessen Bruder bei einem Autounfall ums Leben kamen, übernahm sie die gesamte Leitung des Betriebs. Moderne Formen, abstrakte Dekors und ungewöhnliche Glasuren waren das Markenzeichen der "Haël-Werkstätten".
Nach 1933 musste Margarete Heymann-Loebenstein, die doppelt als Jüdin und moderne Künstlerin von den Nationalsozialisten diffamiert wurde, die Produktion ihres Betriebs einstellen. Im Jahr 1934 wurden die Haël-Werkstätten arisiert, zwei Jahre darauf gelang der Keramikerin die Emigration nach England. In England setzte sie ihre künstlerische Tätigkeit fort, konnte jedoch nicht an ihre großen Erfolge in Deutschland anknüpfen. Nachdem die verwitwete Künstlerin 1938 erneut heiratete, nahm sie den Nachnamen "Marks" an. Sie starb im Jahr 1990 in London.

Literatur- und Abbildungsnachweis:
Haël-Werkstätten, Verkaufskatalog HB-Keramik (ca. 1935), Abb. Nr. 245. Krüger, Maren: Keramik aus den Haël-Werkstätten, in: Jüdisches Museum Berlin (Hg.): gesammelt gefaltet gezählt. Heft "7x blau-weiß", Berlin 2009.
Schlagwort Inhalt/Geographie:
Marwitz
Schlagwort Kontext:
JMB-Thema: Jüdische Künstler und Firmen im Bereich der Angewandten Kunst; Dauerausstellung JMB: 10.3.1 Berlin, Berlin - Kunst; Keramikindustrie; Unternehmensgeschichte; berufstätige Frau; Avantgarde
Schlagwort Objektart:
Gefäß (Behälter)

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