dreidim. Gegenstand des weltlichen Gebrauchs: Tasse aus der Produktion der Greta PotteryBild vergrößernDieses Bild ist möglicherweise urheberrechtlich geschützt und darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung verwendet werden.
Inv.-Nr.:
2006/74/41/001
Sammlungsbereich:
Judaica/Angewandte Kunst
Gattung:
dreidim. Gegenstand des weltlichen Gebrauchs

Margarete Heymann-Loebenstein (später Marks) (1899 - 1990), Greta-Pottery

Tasse aus der Produktion der Greta Pottery

Steingut, glasiert

Stoke-on-Trent 1938 bis 1940

Höhe:
6 cm
Durchmesser:
11 cm

Durchmesser ohne Henkel: 8,3 cm

Signatur:
Auf der Unterseite, in schwarz: Pinselmarke Greta Pottery "GP", "21A"

Die Tasse hat einen runden Standring und eine bauchige Wandung, an der ein Ohrenhenkel befestigt ist. Die Tasse ist weiß glasiert und mit einem zart-blauen Punktmuster bemalt. Zu der Tasse gehört eine runde Untertasse mit hochgezogener Fahne, die ebenfalls weiß glasiert und mit einem zart-blauen Punktmuster bemalt ist.
Die Tasse wurde von der Keramikerin Margarete Heymann-Loebenstein im englischen Exil gefertigt. 1936 war sie aus Berlin, wo sie eine renommierte Keramik-Fabrik leitete, nach England emigriert. Sie war seit Ende 1936 freiberuflich für diverse Keramikwerkstätten in Stoke-on-Trent tätig und lehrte an der Burslem School of Arts. In England war sie dazu gezwungen sich in Form, Dekoration, Glasur und Farbe dem dortigen Keramikdesign anzupassen. Das für ihr Schaffen bis dato charakteristische Avantgardedesign wurde von Heymann-Loebenstein häufig durch gedeckte Farben und floral-figürliches Dekor ersetzt.
An ihre großen Erfolge in Deutschland konnte Heymann-Loebenstein nicht anknüpfen. Nachdem die verwitwete Künstlerin 1938 erneut heiratete, nahm sie den Nachnamen "Marks" an. In demselben Jahr gründete sie gemeinsam mit ihrem zweiten Ehemann das kleine Unternehmen "Greta Pottery". Die Pinselmarke auf der Unterseite der Tasse ("GP") zeigt an, dass es aus dieser Schaffensphase stammt. Die "Greta Pottery" musste jedoch kriegsbedingt bereits 1940 schließen.
Nach dem Zweiten Weltkrieg richtete Marks sich ein Studio in ihrem Haus in London ein. Dort starb sie im Jahr 1990.

Literatur- und Abbildungsnachweis:
Zu Margarete Marks (geb. Heymann, verw. Loebenstein) im Exil: Hudson-Wiedemann, Ursula: Exil in Großbritannien: Die Keramikerin Grete Loebenstein-Marks, in: Grenville, Anthony (Hg.): Refugees from the Third Reich in Britain (=The yearbook of the research centre for German and Austrian exile studies, 4), S. 151-172.
Schlagwort Inhalt/Geographie:
Stoke-on-Trent
Schlagwort Kontext:
JMB-Thema: Jüdische Künstler und Firmen im Bereich der Angewandten Kunst; Dauerausstellung JMB: 10.3.1 Berlin, Berlin - Kunst; Lebensverhältnisse in Exil und Emigration; Emigration nach Großbritannien; Kunstgewerbe; berufstätige Frau
Schlagwort Objektart:
Tasse

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