Postmitteilung: Postkarte von Alfred Meyer (1920-1998) an seine Eltern aus Antwerpen während seiner Reise in die EmigrationBild vergrößernDieses Bild ist möglicherweise urheberrechtlich geschützt und darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung verwendet werden.
Inv.-Nr.:
2003/197/67
Sammlungsbereich:
Archiv
Gattung:
Postmitteilung

Alfred G. Meyer (5.2.1920 - 22.4.1998)

Postkarte von Alfred Meyer (1920-1998) an seine Eltern aus Antwerpen während seiner Reise in die Emigration

Papier, Tinte, Gummistempel, Briefmarke

Antwerpen 8.9.1939

Höhe:
9 cm
Breite:
14 cm

Postkarte, gelaufen, handschriftlich: "Liebe Eltern! Also die Volendam" fährt morgen hier ab, und ich nehme an, dass ich mitkomme. Ich wohne hier bei Lore Jaesen[?] geb. Hesse und esse abwechselnd dort und bei Pronts. Alle sind sehr nett zu mir, auch Felix in Brüssel. Gestern habe ich die Oma besucht. Sie wird sehr verhätschelt und ist im Allgemeinen glücklich. Felix hat mir 300 fr, etwa 25,- Rm, gepumpt. Ich hoffe, Rigo wird sie ihm erstatten. Für Überfracht muss ich morgen $12,- bezahlen, was mir Pronts pumpen werden - hoffentlich. Ich kann das Gepäck nicht teilen, sondern muss alle 8 Colli mit der Volendam mitgehen lassen, da für alle Formalitäten die Colli immer auf einem Dokument stehen. Ich hatte erst vor, den ganzen Teppich- und Geschirrballast vorerst hier zu lassen u. später direkt nach Los Angeles gehen zu lassen. Aber es ist so auch billigere Fracht. - Von Hölle hatte ich einen wochenalten Brief. Trude schrieb mir heute sehr herzlich. Sie versprach, für Hajo in Zukunft zu sorgen. Haltet aus und verzagt nicht! Um mich bitte keine Sorgen! & Kuss Alfred / Dankt Julli für die nette Aufnahme bei Pronts."
Es handelt sich um eine von acht Postkarten, die Alfred Meyer während seiner Reise in die Emigration an seine Eltern schrieb. Meyer hatte bereits Ende August 1939 von Bremen aus ein Überseeschiff (vermutlich SS Donau) bestiegen; nach der Unterzeichnung des Nichtangriffspakt kehrte das Schiff jedoch wegen der drohenden Kriegsgefahr um und fuhr nach Bremen zurück. Meyer gelang es kurze Zeit später, eine Fahrkarte für das holländische Schiff Volendam zu bekommen. Er schrieb Karten von verschiedenen Stationen seiner Reise in Europa (Aachen, Brüssel, Antwerpen) und später in den USA - einige davon mit der Abbildung des Überseeschiffes - in denen er seine Eindrücke von der Fahrt und von den USA, insbes. N.Y. schildert.

Dargestellt/erwähnt:
Meyer/Apel Familie, Gustav Meyer
Schlagwort Inhalt/Geographie:
Gepäck; Reise; Familienbeziehung; Besitz; Antwerpen
Schlagwort Kontext:
Dauerausstellung JMB: 0.4 Achse des Exils; Emigration in die USA
Schlagwort Objektart:
Postkarte

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