Memorabilia (dreidimensional): Deckelpokal Bild vergrößernDieses Bild ist möglicherweise urheberrechtlich geschützt und darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung verwendet werden.
Inv.-Nr.:
2007/65/0
Sammlungsbereich:
Judaica/Angewandte Kunst
Gattung:
Memorabilia (dreidimensional)

J. Behrens

Deckelpokal

Silber, graviert, gedrückt, gegossen, vergoldet, Kitt, Filz

Braunschweig lt. Inschrift 1874

Höhe:
36.5 cm
Breite:
12 cm
Tiefe:
12 cm
Durchmesser:
12 cm

H mit Deckel, ohne: 27,50 cm; D= Fuß, D Lippenrand= 10,40 cm

Signatur:
Marken auf Fuß: "T" oder "Kreuz" und "19" unter dem Fuß : Papierschild J. Behrens, Juwelier Gold und Silberarbeiter Braunschweig, Neue Strasse Nr. 32
Inschrift:
Vorderseite der Cuppa, in Schreibschrift graviert: "Ihrem geehrten Collegen / Herrn M. SOLMITZ / zur Erinnerung an den 20. Juni 1874 / die Vorsteher und Repräsentanten / der jüdischen Gemeinde in Braunschweig.

Der mit aufwendigem Ornament versehene Deckelpokal besteht aus vier Hauptteilen: Deckel, Cuppa, Fuß und Schaft. An der Oberseite des Deckels befindet sich ein mit leichten Buckeln und Ornamenten verzierter Aufsatz von ca. 5 cm Höhe. Das Dekor setzt sich unter dem Aufsatz fort und geht zu einer achteckigen Form mit glatter Oberfläche über, die nach unten hin breiter wird. Der Rand des Achtecks ragt ca. 3mm über die glatte Fläche des runden Teiles, das den Pokal verschließt. Der äussere Rand des runden Deckels hat eine ca. 0,5 cm breite Rundung und passt genau auf die Cuppa. Die Cuppa hat einen leicht nach aussen gebogenen Lippenrand und eine, bis auf das untere Drittel glatte Wandung, die sich leicht nach unten hin verjüngt. Auf der Vorderseite befindet sich eine gravierte Widmung. Das untere Drittel der Cuppa ist mit Buckeln und plastisch hervortretendem Blattornament verziert. Unterhalb der Cuppa beginnt der ca. 10 cm lange Schaft, auf dessen Nodus sich das Blattdekor in kleinerer Form wiederholt. Die Übergangsstelle, an der der Schaft in den Fuß mündet ist ebenfalls mit Blattdekor verziert, danach wird der Fuß breiter bis er nach mehreren Treppungen am unteren Ende wellenartig ausläuft und den Durchmesser von 12 cm erreicht. Der Hohlraum des Fußes wurde mit Gips ausgefüllt, der an der sichtbaren Fläche braun bemalt ist. Darüber ist ein passendes Stück grüner Filz auf die Standfläche geklebt worden. Auf dem Filz ist ein gedrucktes Papieretikett (ca. 3,5 x 2 cm), dessen Ecken beschädigt sind, angebracht: "J. Behrens/Juwelier/Gold- und Silberarbeiter/Braunschweig /Neue Strasse 32" Die Cuppa und der Deckel weisen im Inneren eine Vergoldung auf.
Es liegt nahe anzunehmen, dass die auf dem Etikett genannte Firma J. Behrens nicht Hersteller des Pokals war, sondern lediglich als Verkäufer fungierte.
Bei der in der Widmungsinschrift genannten Person "M. Solmitz" handelt es sich vermutlich um den Kaufmann Moritz Solmitz. Moritz Solmitz war ein bekannter Braunschweiger Philanthrop. Unter anderem hinterließ er nach seinem Tod 1878 Kapital für die Begründung der wohltätigen Solmitz-Stiftung.

Literatur- und Abbildungsnachweis:
Vgl. Scheffler, Wolfgang: Goldschmiede Niedersachsens: Daten - Werke - Zeichen, Berlin 1965, S. 141 u. 142. Zu Moritz Solmitz: Moderhack, Richard (Hg.): Brunsvicensia Judaica. Gedenkbuch für die jüdischen Mitbürger der Stadt Braunschweig, Braunschweig 1966, S. 51.f.
Dargestellt/erwähnt:
Jüdische Gemeinde in Braunschweig, M.[oritz] Solmitz
Schlagwort Inhalt/Geographie:
jüdische Gemeinde; Gemeindevorsteher (Judentum); Gemeindeleben; Gedenken; Braunschweig
Schlagwort Kontext:
Dauerausstellung JMB: 5.1 Moses Mendelssohn und die Aufklärung - Juden in Deutschland; Geschenk
Schlagwort Objektart:
Pokal

Schreiben Sie uns: