dreidim. Gegenstand des religiösen Gebrauchs: Hawdala-Becher Bild vergrößernDieses Bild ist möglicherweise urheberrechtlich geschützt und darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung verwendet werden.
Inv.-Nr.:
2007/184/0
Sammlungsbereich:
Judaica/Angewandte Kunst
Gattung:
dreidim. Gegenstand des religiösen Gebrauchs

Abraham Drentwett IV.

Hawdala-Becher

Silber, teilvergoldet,punziert

Augsburg 1773 bis 1775

Höhe:
17 cm
Durchmesser:
8.5 cm

Durchmesser: oberer Lippenrand, Durchmesser Fuß: 6,50 cm

Signatur:
Boden und Aussenseite des Deckels: BZ: "W" unter Pinienzapfen (Rosenberg, Bd. 1, Nr. 273); MZ: "AD" im Oval (Rosenberg, Bd. 1, Nr. 936); Tremulierstich
Inschrift:
Vorderseite, unterhalb des Wappens: "1775"

Eine kreisrunde, zweifach getreppte und sich verjüngende Basis mit glatter Wandung schließt oben mit einem schmalen, nach außen ausladenden Reif ab und bildet den 1,5 cm hohen Fuß. Von diesem Fuß geht eine sich konisch nach oben hin weitende Wandung ab, die den Hauptkorpus des Bechers formt. In der Mitte der Vorderseite des Bechers befindet sich auf der glatten Wandung ein graviertes Wappen mit ovaler Grundform von 3 cm Höhe und 2,5 cm Breite. Auf der Oberseite des Wappens befindet sich eine Bügelkrone mit Kreuz. Das Oval ist in elf Felder geteilt. Im zentralen Feld befindet sich ein "D". Rechts des Wappens ist ein bekrönter, steigender Löwe, der in Richtung des Wappens blickt, dargestellt. Zur linken Seite befindet sich die Darstellung eines bekrönten Greifs, dessen Körper in abgewandter Haltung zum Wappen dargestellt ist, der Kopf jedoch dem Wappen zugewandt ist. Unterhalb des Wappens ist die Jahreszahl "1775" eingraviert, darunter befindet sich eine umlaufende Gravur, die wie weiter oben gestaltet ist, aber hier nur eine Breite von 1,80 cm aufweist und von einer einfachen Treppung begrenzt wird. Der obere Lippenrand des Bechers ist leicht nach außen gebogen, ca. 1 cm unterhalb befindet sich eine umlaufende Gravur aus Rocaillen und Blüten von ca. 2-2,5 cm Breite.
Auf den Hauptkorpus ist ein Deckel aufgesetzt. Der Deckel besitzt an seiner Oberseite einen montierten, glockenförmigen Griff und ist an seinem äußeren Rand umlaufend mit gravierten Rocaillen und Blüten von ca. 1,5 cm Breite dekoriert.
An den glatten, ungravierten Flächen ist noch teilweise Vergoldung erhalten. Der Becher ist im Inneren vergoldet.
Der Hersteller des Bechers, Abraham Drentwett IV. (1711-1785), war Angehöriger einer der bekanntesten und verzweigtesten Goldschmiedefamilien, die seit Generationen in Augsburg tätig waren.
Der Becher, der dem Jüdischen Museum Berlin im Jahre 2007 gestiftet wurde, fungierte über Generationen hinweg in der Stifterfamilie als Hawdala-Becher.

Literatur- und Abbildungsnachweis:
Friedlander, Michal: Judentum aus der Vitrine, in: ZWEI. Magazin des Jüdischen Museums Berlin, 7(2008), Nr.7, S. 23-31. Zu Abraham Drentwett IV.: Seling, Helmut: Die Augsburger Gold- und Silberschmiede. 1529-1868, München 2007, S. 586-587.
Schlagwort Inhalt/Geographie:
Krone; Wappen; Silberschmiedekunst; Ornament; Löwe (Symbol); Hawdala; Fabelwesen; Augsburg
Schlagwort Kontext:
Dauerausstellung JMB: 6.3 Tradition und Wandel - Schabbat
Schlagwort Objektart:
Becher
Gehört zu:
Porträt William Salamon

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