dreidim. Gegenstand des religiösen Gebrauchs: Dampfwalze zum Entfernen von ChamezBild vergrößernDieses Bild ist möglicherweise urheberrechtlich geschützt und darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung verwendet werden.
Inv.-Nr.:
2008/313/0
Sammlungsbereich:
Judaica/Angewandte Kunst
Gattung:
dreidim. Gegenstand des religiösen Gebrauchs

Avi Biran Avi Biran Judaica, Design & Fine Art

Dampfwalze zum Entfernen von Chamez

Jerusalem 2008

Höhe:
25.5 cm
Breite:
14 cm
Tiefe:
15.2 cm
Signatur:
Auf der Seite: "AB"/"Avi Biran"/Avi Biran auf hebr. /"Israel 925"
Inschrift:
Auf der Schaufel auf Hebräisch: Abk. "b", "a", "h"/ "a", "m", "h"/ "a", "k", "b" und "weziwanu al biur chamez: "; auf der Rolle, aram. "kol chamira wa-chamia de-ika wirschuti de-la chamita u-dela bi-arta li-batail we-lahewaj ke-afra de-ara"

Die realistisch gestaltete Miniatur-Dampfwalze ist im hinteren Bereich mit einer Walzrolle und an der Vorderseite mit einer Baggerschaufel versehen. Über der Walzrolle befindet sich ein kleines Führerhäuschen. Auf der Oberseite des stilisierten Motorraums sind ein Metallröhrchen zum Einstecken einer Feder sowie ein Kerzenhalter angebracht. Auf der vertikalen Fläche der Schaufel sind die Anfangsbuchstaben der Wörter und der Teil "...der uns befohlen hat Chamez [Gesäuertes] zu verbrennen" eines hebräischen Segens ausgesägt. Auf der Walzrolle ist zudem die aramäische Inschrift "Alle Arten von Chametz, die sich in meinem Besitz befinden, die ich nicht gesehen habe, ebenso die ich nicht entfernt habe, sollen hiermit annulliert werden und als Staub der Erde ausgewiesen werden" ausgesägt.
Diese vom israelischen Künstler Avi Biran gefertigte Dampfwalze steht sinnbildlich für die rituelle Suche nach und das Entfernen von Gesäuertem (Chametz) vor Pessach. Während der Pessachwoche ist Chametz verboten und ausschließlich der Verzehr von ungesäuertem Brot (Mazza) erlaubt. Diese Tradition geht auf die biblische Überlieferung zurück, wonach die Israeliten so rasch aus Ägypten ausziehen mussten, dass sie keine Zeit mehr hatten, den Teig für ihre Brote säuern und gären zu lassen (Vgl. Schemot, 12:39/ Exodus 12:39). Aus diesem Grund ist es im Judentum geboten vor Pessach das Haus nach Chametz zu durchsuchen, was traditionell in der Nacht vor Beginn des Pessachfestes geschieht. Auf Hebräisch wird diese Tradition als "bedikat Chametz" (=Untersuchung/Suche nach Chametz) bezeichnet. Findet sich während der Suche Chametz im Haus, kann es entweder verbrannt, an Nichtjuden verschenkt oder verkauft werden. Feder und Kerze fungieren traditionell als Hilfsmittel bei dieser Suche nach Chametz.
Dem Künstler Avi Biran zufolge soll diese Miniatur-Dampfwalze - wohl nicht ohne ein Augenzwinkern - spielerisch zur Erfüllung dieser Mizwa dienen. Wird Chametz im Haus gefunden, so kann es die Dampfwalze im wahrsten Sinne des Wortes dem Erdboden gleichmachen. Und da die Person, die diese Dampfwalze während der Suche nutzt, sich in der Hocke nahe am Boden befindet, wird sie - so Biran - umso erfolgreicher bei der Suche nach Gesäuertem sein.
Es existiert auch ein bemalter Typ dieser Dampfwalze, die von Biran aus Eisen gefertigt wurde.

Literatur- und Abbildungsnachweis:
Friedlander, Michal/ Kugelmann, Cilly (Hg): Koscher & Co. Über Essen und Religion, Berlin 2009, S. 151 (Abb.).
Schlagwort Inhalt/Geographie:
Fahrzeug; Vogelfeder; Silberschmiedekunst; Kerze; Jerusalem; hebräische Schrift; Bedikat Chamez; Aramäisch
Schlagwort Kontext:
Pessach; Minhag
Schlagwort Objektart:
Gerät

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