dreidim. Gegenstand des religiösen Gebrauchs: Chanukka-LeuchterBild vergrößernDieses Bild ist möglicherweise urheberrechtlich geschützt und darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung verwendet werden.
Inv.-Nr.:
2008/314/0
Sammlungsbereich:
Judaica/Angewandte Kunst
Gattung:
dreidim. Gegenstand des religiösen Gebrauchs

Silberwarenfabrik Lazarus Posen Witwe

Chanukka-Leuchter

Silber, gedrückt, gegossen, montiert

Frankfurt/Main ca. 1890 bis 1920

Höhe:
28.5 cm
Breite:
29.5 cm
Tiefe:
12 cm
Signatur:
Am Rand des Fußes: MZ: "POSEN"; Halbmond, Reichskrone, "800"

Die runde Basis des Leuchters steht auf vier Kugelfüßen. Sie ist fünffach getreppt und an der untersten Treppung mit einem umlaufenden Perldekor verziert. Ein weiteres umlaufendes Band mit Eierstab- und floraler Verzierung befindet sich an der obersten Treppung. Von der Basis geht ein Schaft ab, der unten mit einem Nodus versehen ist. Der auf den Nodus folgende Schaft ist kanneliert und mündet oben nach mehreren Einschnürungen in einen Kerzenhalter. Vom Schaft gehen beidseitig je vier rund nach oben gebogene Leuchterarme ab, die aus zahlreichen aneinandergereihten, kleinen Kugeln bestehen. In der Mitte der Leuchterarme befindet sich jeweils eine größere Kugel. Auch die Leuchterarme münden in Kerzenhaltern, die waagerecht angeordnet und durch ein Überbrückungsstück miteinander verbunden sind. Das waagerechte Metallstück, das die Kerzenhalter verbindet ist an seiner Vorder- und Rückseite ebenfalls mit einem Perldekor verziert. Die Kerzenhalter haben eine glatte Wandung und an ihrer Oberseite ein umlaufendes Perldekor. Der Kerzenhalter, der auf dem Schaft angebracht ist, ragt über die anderen acht Halterungen heraus.
Der Chanukka-Leuchter wurde von der bekannten Frankfurter Silberwaren-Firma Lazarus Posen Witwe hergestellt. Ein Entwurf dieses Chanukka-Leuchter-Modells findet sich in den Musterbüchern der Firma. Das Unternehmen Lazarus Posen Witwe entwarf, produzierte und vertrieb seit Mitte des 19. Jahrhunderts Silberwaren und fungierte als offizieller Lieferant verschiedener Höfe. Neben Zeremonialsilber produzierte die Firma in quantitativ größerem Umfang profane Silberwaren, wie Bestecke, Tafelaufsätze und Teeservice. Während des Novemberpogroms am 9. November 1938 wurden die Geschäfte der Firma in Frankfurt und Berlin zerstört. Den Firmenbesitzern gelang die Flucht ins Exil.

Literatur- und Abbildungsnachweis:
Zur Firma Lazarus Posen Witwe: Michael, Jenny: Die Silberwarenfirma Lazarus Posen Witwe in Frankfurt am Main 1869-1938, in: Heuberger, Georg (Hg.): Die Pracht der Gebote. Die Judaica Sammlung des Jüdischen Museum Frankfurt am Main, Frankfurt 2006, S. 64-73.
Schlagwort Inhalt/Geographie:
Silberschmiedekunst; Ornament; Frankfurt am Main
Schlagwort Kontext:
Dauerausstellung JMB: 7.3.1 Familienleben - In der Gesellschaft - Berufe; Unternehmensgeschichte
Schlagwort Objektart:
Chanukka-Leuchter

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