Memorabilia (dreidimensional): Ein Paar Schabbat-LeuchterBild vergrößernDieses Bild ist möglicherweise urheberrechtlich geschützt und darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung verwendet werden.
Inv.-Nr.:
2006/11/0
Sammlungsbereich:
Judaica/Angewandte Kunst
Gattung:
Memorabilia (dreidimensional)

Ein Paar Schabbat-Leuchter

Silber; gegossen, gedrückt, graviert

Heidelberg 1961

Höhe:
24 cm
Breite:
14 cm

Breite: am Fuß gemessen

Signatur:
Auf dem Fuß: Halbmond, Reichskrone, "835" und "G" im Stern
Inschrift:
auf den Fuß eingraviert: 2006/11/1: "Jüdische Gemeinde / Heidelberg / 1961" ;2006/11/2: "Jüdische Gemeinde / Mannheim / 1961"

Die beiden Schabbat-Leuchter unterscheiden sich nur durch die eingravierte Inschrift voneinander. Sie sind ein Beispiel dafür, dass häufig seriell hergestellte, profane Silber-Leuchter im Handel erworben und erst durch entsprechende Benutzung zu Schabbat-Leuchtern umgewidmet wurden. Denn es existiert keine vorgegebene Form für Schabbat-Leuchter. Daher können diese oft nur auf Grund ihrer Widmungsinschriften oder ihres überlieferten historischen Kontextes als Schabbat-Leuchter identifiziert werden.
Der runde, dreifach getreppte Fuß des Kerzenständers ist mit einem umlaufenden Mäanderband verziert. Auf dem Fuß befindet sich die eingravierte Inschrift (siehe Inschrift). Oberhalb des glattwandigen Fußes erhebt sich ein kannelierter Schaft. Auf dem Schaft ist ein vasenförmiger Kerzenhalter aufgesetzt, der ebenfalls einen kannelierten Korpus hat und in einen ausladenden Tropfenfänger mündet.
Beide Kerzenständer wurden dem Rabbiner George Vida von den Jüdischen Gemeinden Mannheim und Heidelberg geschenkt. Rabbiner George Vida wurde 1906 im ungarischen Csongrad geboren. Von 1930 bis 1938 war er als Rabbiner in Gablonz in der Tschechoslowakei tätig. Im Juni 1939 emigrierte er mit seiner Familie in die USA, wo er im September 1940 Rabbiner im Temple Beth Shalom in Haddon Heights, New Jersey, wurde. Nach einigen Jahren im Jewish Theological Seminary in New York schloss Vida sich als Militärgeistlicher der US-Army an und betreute Displaced Persons in verschiedenen DP-Camps in Deutschland und Österreich. 1950 war er mit Beginn des Koreakrieges erneut als Militärgeistlicher tätig und ging im Anschluss daran von 1958-1961 nach Deutschland, wo er sich wieder für die Belange von Displaced Persons einsetzte. Diesem Engagement und seinem Einsatz für den Wiederaufbau der jüdischen Gemeinden Mannheim und Heidelberg lag die Schenkung der Kerzenständer zu seinem Abschied aus Deutschland im Jahr 1961 zu Grunde.
Nachdem Rabbiner George Vida in die USA zurückgekehrt war, gründete er die Congregation Beth Tikva in Rockville, Maryland. Er starb 1989 in den USA.
In der Sammlung des Jüdischen Museums befindet sich ein versilberter Teller, den ebenfalls George und seine Ehefrau Emmi Vida für ihr Engagement von den Special Troops der United States Army Europe (USAREUR) erhielten.

Dargestellt/erwähnt:
George Vida (31.7.1906 - 1989), Jüdische Gemeinde Mannheim, Jüdische Gemeinde Heidelberg
Schlagwort Inhalt/Geographie:
Schwäbisch Gmünd; Mannheim; jüdische Gemeinde; Heidelberg
Schlagwort Kontext:
Geschenk; Silberschmiedekunst; Rabbiner; Gemeindeleben; Displaced Person
Schlagwort Objektart:
Schabbat-Leuchter

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