dreidim. Gegenstand des religiösen Gebrauchs: Tora-Krone (Keter)Bild vergrößernDieses Bild ist möglicherweise urheberrechtlich geschützt und darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung verwendet werden.
Inv.-Nr.:
2009/362/0
Sammlungsbereich:
Judaica/Angewandte Kunst
Gattung:
dreidim. Gegenstand des religiösen Gebrauchs

Tora-Krone (Keter)

verm. Frankfurt/Main um 1900

Höhe:
28 cm
Durchmesser:
27 cm

D= breiteste Stelle

Die Tora-Krone ist in Form einer Spangenkrone gestaltet. An der obersten Spitze der Krone befindet sich ein circa 4 cm hoher vergoldeter Zapfen, an dessen Unterseite sich eine glattwandige Kugel anschliesst. Unterhalb der Kugel ist im Inneren der Krone eine größere goldfarbige Glocke angebracht. Unter der Kugel laufen die sechs Spangen der Krone zusammen, die mit Ornamenten, aufgesetzten Halbkugeln in verschiedener Größe sowie Akanthusblättern verziert sind. In den Bereichen zwischen den Spangen ist jeweils ein goldfarbiges Glöckchen an den äusseren Ausläufern der Akanthusblätter angebracht. Der Untere Rand der Tora-Krone hat eine Ringform und ist umlaufend mit plastisch hervortretenden Rauten, Ovalen und Halbkugeln dekoriert, die unten und oben jeweils von einem halbrund geformten durchgängigen Silberband begrenzt werden. An der Unterseite der Krone befinden sich zwei hohle, zylinderförmige Metallstücke zum Aufsetzen des Stückes auf die Tora-Stäbe (Atze Chajim).
Zu dieser Tora-Krone gehören auch eine Plexiglashülle und eine Widmungsplakette.
Obwohl dieses Stück keine Silbermarken trägt, liegt die Vermutung nahe, dass es aus Frankfurt am Main stammt. Denn diese Tora-Krone ist im Musterkatalog der Silberwarenfabrik Lazarus Posen Witwe, die in Frankfurt ansässig war, abgebildet.
Diese Tora-Krone gehörte einst dem hoch angesehenen, in München geborenen Reformrabbiner Alexander M. Schindler (1925-2000). Sie wurde ihm 1996 zum Anlass seines Altersrücktritts aus dem Präsidentenamt der ehemaligen Union of American Hebrew Congregations überreicht. Als seine Witwe Opfer des Finanzskandals um Bernard Madoff wurde, sah sie sich gezwungen, dieses geschätzte Familienstück zu verkaufen. Die Tora-Krone wurde bei einer öffentlichen Auktion vom Museum erworben.

Literatur- und Abbildungsnachweis:
Zur Firma Lazarus Posen Witwe: Michael, Jenny: Die Silberwarenfirma Lazarus Posen Witwe in Frankfurt am Main. 1869-1938, in: Heuberger, Georg (Hg.): Die Pracht der Gebote. Die Judaica-Sammlung des Jüdischen Museums Frankfurt am Main, Frankfurt am Main 2006, S. 64-75. Zur Schindler-Auktion : Molloy, Joanna: Victims of Bernie Madoff, family of beloved rabbi who died in 2000 has to sell it all, in: NY Daily News, 8. März 2009. D´Arcy, David: Mixed fortunes for Judaica market in wake of Madoff. Rabbi Schindler´s widow aims to recoup lost savings, in: The Art Newspaper, 17. Juni 2009.
Dargestellt/erwähnt:
Alexander Schindler
Schlagwort Inhalt/Geographie:
Frankfurt am Main
Schlagwort Kontext:
Geschenk; individuelle Wirtschaftslage; Lebensverhältnisse in Exil und Emigration; Witwe; Auktion; Reformjudentum; Rabbiner
Schlagwort Objektart:
Tora-Krone

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