Textil (weltlicher Gebrauch): Charlottenburger (Tuch für Hab und Gut von Wandergesellen) der Firma M. Mosberg, Mechanische Fabrik für Arbeits- und BerufskleidungBild vergrößernDieses Bild ist möglicherweise urheberrechtlich geschützt und darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung verwendet werden.
Inv.-Nr.:
2010/81/0
Sammlungsbereich:
Alltagskultur
Gattung:
Textil (weltlicher Gebrauch)

Charlottenburger (Tuch für Hab und Gut von Wandergesellen) der Firma M. Mosberg, Mechanische Fabrik für Arbeits- und Berufskleidung

Baumwolle, Leinwandbindung, bedruckt

Bielefeld ca. 1907 bis 1938

Höhe:
63.5 cm
Breite:
80.5 cm

Farbiges Tuch (sog. Charlottenburger) der Firma M. Mosberg, Mechanische Fabrik für Arbeits- und Berufskleidung für Handwerker und Zimmerleute.
Text- und abbildungsreich bedruckt (rot, schwarz und weiß). Wiederholt erscheinender Schriftzug: "Größtes Specialhaus Deutschlands". An allen vier Ecken des Tuches ist das Geschäftshaus der Fa. Mosberg abgebildet, darunter jeweils das Markenzeichen der Firma. Rechts und links des mittig in rot gesetzten Firmennamens Abbildung je zweier Handwerker in Handwerkskluft, dazugehörig jeweils der der Spruch: Die Welt ist rund, drum Brüder lasst uns reisen! An den Außenseiten detaillierte Auflistung der Handwerksberufe, für die Arbeitskleidung, Werkzeuge, Ausrüstungen in der Firma angefertigt und europaweit ab Fabrik ausgeliefert werden.
Die Rückseite ist nicht bedruckt, hier scheint der Druck von der Vorderseite durch.
Untere und obere Kante einmal schmal mit rotem Garn umgenäht.
Das Bielefelder Unternehmen M. Mosberg zählte im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts zu den weltweit führenden Zunft-und Berufskleidungsherstellern.
Hervor gegangen aus einer 1850 durch Moses Mosberg begründeten Stoffhandlung, wuchs der Betrieb unter der Führung der Brüder Max und Julius Mosberg ab 1890 zu einem der größten Spezialgeschäfte in Deutschland. In den 1920er Jahren waren hier mehr als 200 Mitarbeiter beschäftigt. Zimmermänner, Maurer und Dutzende weitere Handwerker und Berufstätige kleidete M. Mosberg von Kopf bis Fuß ein und stellte neben Arbeitsbekleidung
auch Zubehör und Werkzeuge her. Ende September 1938 wurde die Firma "arisiert", Max und Julius Mosberg wurden mit ihren Ehefrauen im Juli 1942 deportiert und ermordet.

Literatur- und Abbildungsnachweis:
Aubrey Pomerance: "Das Mekka der Zimmerleute" : die Firma M. Mosberg in Bielefeld, in: JMB Journal : Jüdisches Museum Berlin. - (2010/11), H. 3 : Business, S. 42 - 45
Dargestellt/erwähnt:
M. Mosberg, Mechanische Fabrik für Arbeits- und Berufskleidung
Schlagwort Inhalt/Geographie:
Arbeitskleidung; Industriebau; Marke (Wirtschaft); Ladengeschäft; Handwerksberuf; Bielefeld
Schlagwort Kontext:
Zunft; Unternehmensgeschichte; Familienunternehmen; Bekleidungsindustrie
Schlagwort Objektart:
Behälter; Textilien
Dokument:
"Das Mekka der Zimmerleute": Die Firma M. Mosberg in Bielefeld
Gehört zu:
Charlottenburger (Tuch für Hab und Gut von Wandergesellen) der Firma M. Mosberg, Mechanische Fabrik für Arbeits- und Berufskleidung

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