dreidim. Gegenstand des weltlichen Gebrauchs: Ansteckbrosche "Bezalel"Bild vergrößernDieses Bild ist möglicherweise urheberrechtlich geschützt und darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung verwendet werden.
Inv.-Nr.:
2000/73/1
Sammlungsbereich:
Judaica/Angewandte Kunst
Gattung:
dreidim. Gegenstand des weltlichen Gebrauchs

Ansteckbrosche "Bezalel"

Jerusalem nach 1906

Tiefe:
0.2 cm
Durchmesser:
2.6 cm
Inschrift:
Vorderseite am Rand in hebr. und lat. Lettern: "Jeruzalem" bzw. "Jeruschalem" und "Bezalel"

Am Rand der Ansteckbrosche aus Sterlingsilber befinden sind umlaufend die zwei abwechselnd in lateinischen und hebräischen Lettern geschriebenen Wörter: "Jerusalem" und "Bezalel". In der Mitte der Brosche ist eine stilisierte Darstellung der Bundeslade zu sehen. Auf dem Deckel der Bundeslade steht jeweils an den Stirnseiten ein stilisierter Cherub (Engel) mit großem Flügel. An der Längsseite der Lade sind zwei Ringe befestigt, an denen eine Stange zum Tragen befestigt ist. Außerdem sind auf der Längsseite der Lade zwei Gesetzestafeln zu erkennen. An der Rückseite der Brosche ist eine Anstecknadel angebracht.
Das Motiv der Bundeslade auf der Brosche ist bis heute das Emblem der Kunst- und Kunstgewerbeschule Bezalel, die 1906 in Jerusalem gegründet wurde. Der Künstler Ephraim Moses Lilien entwarf das Motiv, das seit Gründung der Institution als deren offizielles Emblem fungiert. Das Motiv der Bundeslade bezieht sich auf den biblischen Namenspatron der Bezalel-Schule, der auserwählt wurde als erster Kunstschaffender tätig zu sein und die Bundeslade anzufertigen.
"Siehe, ich habe mit Namen berufen: Bezalel, Sohn Uri, Sohn Chur vom Stamm Jehuda. Und habe ihn erfüllt mit dem Geiste Gottes, an Kunst, Erfindung, Einsicht und an aller Fertigkeit, Sinnreiches zu ersinnen, zu arbeiten in Gold und Silber und Kupfer, und im Steinschneiden zum Einsetzen und im Holzschneiden, zu arbeiten in aller Kunstarbeit." (Exodus 31:2-5/Schemot 31:2-5).
Die Gründung der Bezalel Kunst- und Kunstgewerbeschule erfolgte im Kontext der kulturzionistischen Bemühung um die Erfindung und Etablierung einer genuin jüdischen Kunst in Erez Israel im frühen 20. Jahrhundert. Auf dem siebten Zionistischen Kongress in Basel (1905) wurde von führenden Kulturzionisten, wie Martin Buber, die Gründung einer Bezalel-Kunstschule gefordert. Diese Forderung setzte der Künstler Boris Schatz mit Unterstützung des Künstlers Moses Ephraim Lilien praktisch in Jerusalem um.
Die erste Bezalel-Schule (1906-1929) wurde sehr stark von dem Engagement und der Persönlichkeit des Gründungsvaters Boris Schatz geprägt. Auf einer weiteren Version des Emblems der Schule steht im Vordergrund der Bundeslade die historische Figur Bezalel, die unverkennbare Ähnlichkeit mit dem Aussehen von Boris Schatz hat.

Literatur- und Abbildungsnachweis:
The Israel Museum (Hg.): Bezalel 1906-1929, Jerusalem 1983, Abb. S. 1 u. S. 5.
Dargestellt/erwähnt:
Bezalel-Werkstätten
Schlagwort Inhalt/Geographie:
Jerusalem; hebräische Schrift; grafisches Symbol; Cherub; Aron ha-Berit
Schlagwort Kontext:
biblisches Motiv; Zionismus; nationale Identität; Kunstgewerbe; Jüdische Renaissance; Berufsbildungseinrichtung
Schlagwort Objektart:
Anstecknadel; Abzeichen

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