Memorabilia (dreidimensional): WidmungspokalBild vergrößernDieses Bild ist möglicherweise urheberrechtlich geschützt und darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung verwendet werden.
Inv.-Nr.:
2013/357/0
Sammlungsbereich:
Judaica/Angewandte Kunst
Gattung:
Memorabilia (dreidimensional)

Widmungspokal

Messing; versilbert, geprägt, graviert

Berlin Laut Inschrift 1920

Höhe:
29.5 cm
Durchmesser:
12 cm

D= oberer Lippenrand, D des Fußes: 11,00 cm

Inschrift:
Vorderseite, in Schreibschrift graviert: "Unserem verehrten Vorstandsmitglied/ Herrn B. Goldstein/ gewidmet/ vom Verein"Ez Chajim"/ Berlin, 17. April 1920"

Der Pokal hat einen runden Fuß, der sich verjüngt und gleichmäßig in die Wandung übergeht. Die glatte Wandung ist ca. 4 cm über dem Fuß mit einem umlaufendem Band verziert, das mit Rauten und erhabenen Ovalen verziert und mit einem feinen Perldekor eingerahmt ist. Oberhalb des Bandes wird die Wandung gleichmäßig breiter, bis zu einem identisch gestalteten Banddekor, das sich im oberen Drittel des Pokals befindet. Auf dieses Band folgt oberhalb ein weiteres, ca. 8 cm breites und umlaufendes Band, das bis zum oberen Lippenrand reicht. Das Band ist umlaufend mit aneinandergereihten, floralen Blattdarstellungen dekoriert. Die einzelnen Pflanzen befinden sich jeweils in einer ovalen Kartusche. Diese Verzierung ist an der Ober- und Unterseite mit einer feinen, gravierten Linie abgegrenzt.
Der Pokal wurde laut Inschrift einem Vorstandsmitglied des Talmud-Tora Ez Chajim E.V. namens B. Goldstein gewidmet. Wahrscheinlich handelte es sich hierbei um den im Berliner Adressbuch 1920 verzeichneten Religionslehrer Bernhard Goldstein.
Der 1918 in Berlin gegründete Talmud-Tora Ez Chajim E.V. hatte es sich zur Aufgabe gemacht jüdische Kinder in hebräischer Schrift und jüdischer Lehre zu unterrichten, durch diesen Unterricht für das jüdisch-religiöse Leben auf traditioneller Grundlage vorzubereiten sowie armen Schulkindern unentgeltlich Unterricht, Kleidung und Speisung zukommen zu lassen. Der Verein hatte seine Geschäftsstelle in der damaligen Berliner Grenadierstraße 32 (heute Almstadtstr. 16). In direkter Nachbarschaft befanden sich zahlreiche Betstuben und Synagogenvereine. Die Grenadierstraße, die sich im Berliner Scheunenviertel befand, bildete ein religiöses und kulturelles Zentrum polnisch- beziehungsweise galizisch-jüdischer Zuwanderer.

Literatur- und Abbildungsnachweis:
Zum Berliner Scheunenviertel/ der Grenadierstaße: Jüdisches Museum Berlin (Hg.): Berlin Transit. Jüdische Migranten aus Osteuropa in den 1920er Jahren, Göttingen 2012.
Dargestellt/erwähnt:
Verein Ez Chajm, B. Goldstein
Schlagwort Inhalt/Geographie:
Scheunenviertel (Berlin-Mitte); Berlin
Schlagwort Kontext:
Geschenk; Religionspädagogik; Verein; Religionsunterricht; Lehrer; jüdische Erziehung; Gedenken; außerschulische Bildung
Schlagwort Objektart:
Pokal

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