Inv.-Nr.:
Konvolut/312/0
Sammlungsbereich:
Fotografische Sammlung
Gattung:
Gattungsübergreifender Bestand

Sammlung Olga Irén Fröhlich

Hamburg, Breslau, Bremen u.a. 1904 bis 1975

Die Sammlung besteht aus vier Fotoalben, die insgesamt 511 Fotografien (farbig und schwarz-weiß) sowie wenige Dokumente enthalten. Bei den Fotografien handelt es sich um private Familienaufnahmen sowie professionelle Porträts von Olga Irén Fröhlich, einer deutsch-jüdischen Diseuse, und ihren Kollegen.
Olga Irén Fröhlich geb. Weber (*09.01.1904 in Hamburg, gest. 24.02.1995 in Bremen) stammte aus einer ungarischen Familie spanischer Abstammung und hatte 7 Geschwister. Ihre Eltern Carl und Szeréna Weber waren um 1900 von Ungarn über Breslau nach Hamburg emigriert. Die jüdischen Feiertage spielten in der Familie eine große Rolle und sie besuchte regelmäßig die Synagoge. Fröhlich ging in die Israelitische Töchterschule in Hamburg und sah sich bereits zu dieser Zeit ersten antisemitischen Anfeindungen ausgesetzt. Im Oktober 1922 heiratete sie Albert Fröhlich und zog mit ihm nach Breslau, wo ein Jahr später ihre Tochter Margit geboren wurde. Ab Mitte der 1920er Jahre hatte Olga Irén Fröhlich ihre ersten Auftritte in Breslau. Zunächst rezitierte sie ernste, literarische Werke, begann bald aber auch humoristische Lieder zu singen. Ihre letzten Auftritte in Deutschland hatte sie in den frühen 1930-er Jahren, wo sie besonders ab 1932 zunehmend antisemitischen Anfeindungen ausgesetzt war. 1933 floh sie ohne ihre Familie aus Deutschland, da sie in der Schweiz ein Engagement erhielt. Um dort ein dauerhaftes Aufenthaltsrecht zu erhalten, ging sie schließlich eine Scheinehe mit einem Bieler Hotelier ein. Von 1933 bis 1939 befand sie sich zwischenzeitlich auch auf Gastspielen in Belgien, der Niederlande, Luxemburg und Wien. Viele ihrer Familienmitglieder wurden Opfer des Holocaust. Ihre Tochter Margit kam mit einem Kindertranspport nach England.
Nach dem Krieg trat sie zum ersten Mal 1951 wieder in Deutschland auf. Bald darauf trennte sie sich von ihrem 2. Ehemann und zog nach Bremen, wo sie fortan regelmäßig im Varieté Astoria auftrat. Die künstlerische Leiterin des Varietés, Renate Noack, wurde ihre Lebensgefährtin und beide wohnten gemeinsam in einer Wohnung. In den 1960er Jahren nahm Fröhlich auch zahlreiche Beiträge für Rundfunksender wie Radio Bremen, Rias und den SFB auf. 1965 nahm Fröhlich Abschied von der Bühne.

Siehe auch:
http://www.jmberlin.de/blog/2015/09/froehlich/, http://www.jmberlin.de/blog/2015/09/froehlich/
Dargestellt/erwähnt:
Fröhlich Familie, Weber Familie, Olga Irén Fröhlich (9.1.1904 - 24.2.1995)
Schlagwort Inhalt/Geographie:
Emigration in die Schweiz; Unterhaltungskünstler; Remigration; Hamburg; Wrocław; Bremen; berufstätige Frau
Schlagwort Kontext:
Einstieg Objektsuche: Fotoalben Olga Irén Fröhlich
Schlagwort Objektart:
Fotoalbum
Gehört zu:
Fotoalbum von Olga Irén Fröhlich (1904-1995) aus der Nachkriegszeit
Fotoalbum von Olga Irén Fröhlich (1904-1995) aus der Zeit ihres Schweizer Exils
Fotoalbum mit Porträts von Olga Irén Fröhlich (1904-1995)
Fotoalbum von Olga Irén Fröhlich mit Aufnahmen ihrer Familie und ihrer Freunde

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