dreidim. Gegenstand des religiösen Gebrauchs: Chanukka-LampeBild vergrößernDieses Bild ist möglicherweise urheberrechtlich geschützt und darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung verwendet werden.
Inv.-Nr.:
KGM 87/9/0
Sammlungsbereich:
Judaica/Angewandte Kunst
Gattung:
dreidim. Gegenstand des religiösen Gebrauchs

Chanukka-Lampe

Silber; gegossen, getrieben, ziseliert, punziert

Berlin laut Beschauzeichen 1785

Höhe:
22 cm
Breite:
20 cm
Tiefe:
9 cm
Signatur:
Auf Rückwand, Deckel und Bank: BZ: Bär mit "F" (Berlin; Scheffler 10c); Auf Rückwand und Bank: MZ: abgerieben

Die Chanukka-Lampe besteht aus einer kastenförmigen Bank mit Deckel und einer Rückwand. Die querrechteckige Bank steht auf vier Füßen. Die beiden Füße auf der hinteren Seite sind als schlanke Schäfte gestaltet, die in Löwentatzen münden. Die beiden vorderen Füße sind auf Sockeln stehende Löwen, die jeweils ein Schild halten.
In der Bank sind acht Ölwannen angebracht, die nebeneinander angeordnet sind und sich zur Vorderseite hin schnabelförmig öffnen. Nach oben sind die Ölwannen durch einen Deckel abgeschlossen. Auf dem Deckel ist ein feines Karo-Muster punziert.
Die Rückwand ist teilweise durchbrochen und reich mit verschiedenen getriebenen Elementen dekoriert. In der Mitte der Rückwand befindet sich ein in eine Kartusche eingefügter Chanukka-Leuchter, der von zwei steigenden Löwen flankiert wird. Die Löwen blicken nach außen und haben herausgestreckte Zungen. Leuchter und Löwen werden oben von einer Krone bekrönt. Unterhalb befinden sich geschwungene Rocaillen, die den Abschluss einer schlichten Basis bilden. Rings herum befindet sich geschwungenes florales Ornament.
Die Rückwand der Lampe ist die Nachformung einer im 18. Jahrhundert weit verbreiteten Arbeit des Frankfurter Silberschmiedes Rötger Herfurth (1748-1776). Dieses Modell wurde nicht nur in Frankfurt selbst, sondern auch in anderen Städten vielfache adaptiert und hat die Fertigung von Chanukka-Lampen bis ins 20. Jahrhundert beeinflusst. Laut des Beschauzeichens wurde diese Lampe um 1785 in Berlin gefertigt, der Meister ist unbekannt. Die Zusammensetzung der einzelnen Elemente der Lampe wirft Fragen zum Entstehungskontext dieses Objekts auf.

Literatur- und Abbildungsnachweis:
Kaniel, Michael: The Art of World Religions. Judaism, London 1979, S. 115 (Abb.). Berlin Museum (Hg.):Judaica-Katalog, Berlin 1989, S. 284, Abb. Nr. 189. Kaniel, Michael/Weyl, Martin/Avida, Uri (Hg.): Jewish Ceremonial Art, S. 126, Nr. 131, Abb. LXIV. Zum Frankfurter Chanukka-Lampen-Typ: Mann, Vivian B.: The golden Age of Jewish Ceremonial Art in Frankfurt. Metalwork of the Eighteenth Century, S. 389-403. Gundersheimer, Hermann/ Schönberger, Guido: Frankfurter Chanukkaleuchter aus Silber und Zinn, in: Notizblatt der Gesellschaft zur Erforschung Jüdischer Kunstdenkmäler, Nr. 34, Frankfurt a.M. 1937, S. 3-28.
Schlagwort Inhalt/Geographie:
Krone; Ornament; Löwenpaar (Symbol); Chanukka-Lampe; Berlin
Schlagwort Kontext:
Silberschmiedekunst
Schlagwort Objektart:
Chanukka-Lampe

Schreiben Sie uns: