dreidim. Gegenstand des religiösen Gebrauchs: Schabbat-LampeBild vergrößernDieses Bild ist möglicherweise urheberrechtlich geschützt und darf nur mit ausdrücklicher Genehmigung verwendet werden.
Inv.-Nr.:
KGM 82/22/0/1-4
Sammlungsbereich:
Judaica/Angewandte Kunst
Gattung:
dreidim. Gegenstand des religiösen Gebrauchs

Hendrik Dauw (1734 - 1818)

Schabbat-Lampe

Silber, getrieben, gegossen, graviert, ziseliert, gestanzt

Leeuwarden 1783

Höhe:
77 cm
Breite:
48 cm

andere Maßangabe: 77 x 48 cm - muß am Objekt überprüft werden

Signatur:
zu den Marken siehe Beschreibung

Diese Schabbat-Lampe ist ein Hängeleuchter, der aus vier Hauptteilen besteht. An einem mit Rocaille-Ornament verzierten Haken hängt eine Krone. Die Krone ist mit Palmetten, Masken und gestanzten floralen Motive versehen. Die Zacken der Krone sind abgerundet und weit nach außen gebogen. Unterhalb der Krone ist über ein Kettenglied der balusterförmige Mittelteil der Lampe angebracht. Von diesem Mittelteil gehen sechs gedrehte und mit floralem Ornament verzierte Leuchterarme aus, die in Kerzenhaltern münden. Unterhalb der einzelnen Arme sind Medaillons und stilisierte Bänder angebracht. Durch eine Öse an der Unterseite des Mittelteils ist eine längliche, tropfenförmige Halterung befestigt, an deren unteren Ende eine sternförmige Ölpfanne angebracht ist. Unter dieser Ölpfanne befindet sich, durch einen verdickten Nodus getrennt, eine runde Abtropfschale mit ausgestelltem und bogenförmigem Rand. An der Unterseite der Abtropfschale hängt als Abschluss an einem Haken ein zapfenförmiges Gewicht.
Im Mittelalter wurden Innenräume häufig mit hängenden Öllampen beleuchtet. Deswegen entstanden viele Typen von Öl-Lampen für den Schabbat.
Bei dieser Lampe handelt es sich um ein typisch niederländisches Modell, das sowohl von sephardischen als auch von aschkenasischen Juden verwendet wurde. Im späten 18. Jahrhundert wurden ähnliche Lampen auch aus Zinn und Messing gefertigt. Während im nicht-jüdischen Kontext Öl-Lampen nach und nach durch Kerzen ersetzt wurden, erhielten sich hängende Öllampen bei Juden für den Schabbat länger.
Diese prächtige silberne Schabbat-Lampe wurde von Hendrik Dauw geschaffen und ist charakteristisch für die Periode des Umbruchs im späten 18. Jahrhundert, in der sowohl Kerzen als auch Öllampen in Gebrauch waren.
Auf die einzelnen Bestandteilen der Schabbat-Lampe sind zahlreiche Marken geprägt. Unter anderem MZ: "bekröntes HD" [Hendrik Dauw]; BZ: "steigender Löwe in Wappen" für Leeuwarden (Rosenberg, Bd. 4, Nr. 7645) und das Provinzkontrollzeichen von Friedland.
Die Schabbat-Lampe befindet sich als Dauerleihgabe im Joods Historisch Museum in Amsterdam.

Literatur- und Abbildungsnachweis:
Wit-Klinkhamer, Th.M. duvené: Geschiedenis van het Nederlandse Zilver, Abb. 89, Amsterdam 1965. Berlin Museum (Hg.): Judaica-Katalog, Berlin 1989, S. 300-301, Nr. 202. Een sabbatlamp van Hendrik Dauw, in: Nieuwsbrief Joods Historisch Museum, 4 (1989), S. 8. Faber, Irene: Een Sjabbatlamp van Hendrik Dauw. Op de drempel van een nieuwe traditie, in: Antiek. April 1995, S. 36-40 Cohen, Julie-Marthe (Hg.): Gifts from the heart. Ceremonial objects from the Jewish Historical Museum Amsterdam, Kat. Jüdisches Historisches Museum Amsterdam, Zwolle: Waanders 2004, S. 190-191.
Schlagwort Inhalt/Geographie:
Silberschmiedekunst; Leeuwarden (Provinz Friesland)
Schlagwort Kontext:
Dauerausstellung JMB: 6.3 Tradition und Wandel - Schabbat
Schlagwort Objektart:
Schabbat-Lampe

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