Singer-Nähmaschine aus der Maßschneiderei Paul Guterman

Singer Nähmaschinen

2004_130_1a
2004/130/1
Alltagskultur
Metall (Gussuntergestell, Maschinenkorpus, Maschine, Verbindungselemente), Holz (Arbeitstisch-Nadelholz mit Buchenmassivprofilkante und Eichendeckfurnier, Schublade - Buche), Leder (Antriebsriemen)
1925 - 1935
100 × 89 × 45 cm
SINGER
Schenkung von Danya und Nadina Kaminer und Helga Guterman
Nähmaschine, bestehend aus dem Untergestell, dem Nähtisch mit Seitenklappe und Schubfach sowie der eigentlichen Nähmaschine. Sie wird mittels eines Pedalmechanismus des Untergestells per Riemenantrieb bewegt. Das Untergestell ist aus Gusseisen trägt den Schriftzug der Firma im Pedalhub und an den Seiten das amerikanische Firmenlogo. Auf dem braunen Untertisch ist ein Maßband eingearbeitet.

Die Nähmaschine gehörte dem Berliner Schneidermeister Paul (Feiwel) Guterman. In seinem Geschäft in der Lützowstraße 11 im Bezirk Tiergarten fertigte er gemeinsam mit fünf Gesellen "elegante Damen- und Herrenmoden" an.

Aufgrund seiner polnischen Staatsangehörigkeit wurde Paul Guterman Ende 1938 im Rahmen der so genannten Polen-Aktion von den Nationalsozialisten nach Polen abgeschoben. Seine Frau Emilia und die 1924 geborene Tochter Regina führten die Maßschneiderei zunächst allein weiter - bis sie gezwungen waren, sich zu verstecken, um der Deportation zu entgehen. Einer der Gesellen nahm zwei Nähmaschinen aus der Schneiderei an sich, um sie bis zur Rückkehr der Familie aufzubewahren. Emilia und Regina Guterman überlebten in Berlin. Paul Guterman wurde vermutlich in Auschwitz ermordet.

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