2008_140_20
2008/140/20
Kunst
Tusche, Feder, Papier
England ca. 1936 - 1941
20 × 24 cm
Links oben auf hebr.: "תמוז" ("Tammus")
Diese Tuschezeichnung von Hermann Fechenbach (1897–1986) entstand zwischen 1936 und 1941 im englischen Exil und gehört zu seinem Zyklus über die Monate des jüdischen Kalenders.

Die Komposition gliedert sich in zwei vertikale Register. Die linke Hälfte widmet sich im oberen Bereich der ikonografischen Einordnung des Monats: Eine quadratische Vignette zeigt den Durchbruch der Stadtmauern Jerusalems und verweist damit auf den am 17. Tag des Monats begangenen Fastentag Schiwa Assar be-Tammus. Leitern und als Strichmännchen dargestellte bewaffnete Figuren stellen die Belagerungsszene dar. Darüber steht der Monatsname „תמוז” (Tammus) in markanten hebräischen Blockbuchstaben.

Im unteren Bereich derselben Blatthälfte sind die geometrischen Grundformen aufgeführt, aus denen die Spielfiguren bestehen: ein Quader, ein Halbzylinder, ein Vollzylinder und ein Viertelzylinder. Diese Formen sind dabei nicht zufällig gewählt. Sie lassen sich in der Vignette der Jerusalemer Stadtmauern wiederfinden, in der dieselben Grundkörper als architektonische Elemente erscheinen. Fechenbach überführt das religiöse Bildmotiv somit in eine handwerkliche Anleitung: Die Bausteine Jerusalems werden zu den Bausteinen des Spielzeugs. Aus diesen Elementarformen entstehen die darunter dargestellten fertigen Objekte: ein Pferd, ein Schaukelpferd und eine menschliche Figur mit Mütze. Die rechte Hälfte des Blattes dient als technische Erläuterung dieses Schöpfungsprozesses. Fechenbach illustriert in einer detaillierten Schemazeichnung, wie aus einem massiven Holzblock durch gezielte Schnitte die Grundformen für Holzspielzeuge gewonnen werden. Die Zeichnung verdeutlicht den Übergang vom rohen Block zur fertigen Figur. Zu sehen ist, wie das Profil eines Pferdes oder eines Kamels aus dem Material gefertigt wird, sobald die Grundform geschnitten ist. Dies wird durch Skizzen einzelner Bauteile einer Spielzeugfigur ergänzt, darunter Beine, Arme, Kopf und eine Mütze.

Die rechte Blatthälfte erläutert den Herstellungsprozess dieser Figuren. Fechenbach veranschaulicht in einer detaillierten Schemazeichnung, wie aus einem massiven Holzblock durch gezielte Schnitte die Grundformen für Holzspielzeug gewonnen werden. Ergänzende Skizzen einzelner Bauteile wie Beine, Arme, Kopf und Mütze zeigen den Übergang vom rohen Material zur fertigen Figur.

Die Zeichnung verbindet die Weitergabe jüdischer kultureller Identität mit der pädagogischen Vermittlung handwerklicher Gestaltung.


© 2017 Patrick Mooney/Geoffrey Burne

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