Letzter Brief von Siegbert Rotholz (1919-1943) aus dem Gefängnis in Plötzensee
Siegbert Rotholz geb. Berlin 14.09.1919 gest. Berlin-Plötzensee 04.03.1943
2008/191/23
Papier, Tinte
Berlin 4. März 1943
20,9 × 14,8 cm
III.9.4. Schee 53
Scheer, Regina: Im Schatten der Sterne : eine jüdische Widerstandsgruppe / Regina Scheer
Berlin : Aufbau-Verl., 2004
Handschriftlicher Brief auf vorgedrucktem Formuler, beidseitig beschrieben, zensiert.
Den letzten Brief kurz vor seiner Hinrichtung richtete Siegbert Rotholz an seine Cousine Betty.
"Liebe Betty!
Du wirst Dich wundern, von mir einen Brief zu bekommen. Es ist der erste und letzte, den ich schreibe. Ich verreise heute abend um 6.30 Uhr für immer. Da ich nicht weiß, wer von meinen Lieben noch da ist, bitte ich Dich, alle, die Du noch siehst, von mir zu grüßen, vor allem aber meine liebe Schwiegermutter. Ich danke ihr für all das Gute, was sie an mir getan hat. Sie möchte mir nicht böse sein. Denn ich möchte nicht sterben, bevor ich mich bei allen entschuldigt habe, bei denen ich es nötig habe. Worum ich Dich aber am meisten bitte, ist, daß Du mein Lottchen nicht vergißt. Du wirst vielleicht der einzige sein, die die Möglichkeit hat. An meine Schwester habe ich nicht geschrieben, denn ich glaube, sie wird ja nicht mehr da sein, und ich bin viel zu aufgeregt, jetzt viel zu schreiben. Also sei deshalb vielmals gegrüßt von
Sigi Rotholz
Und nicht mein Lottchen vergessen. Grüße an alle, die nach mir fragen.
Sigi "
Kurz nach dem Anschlag auf die Propaganda-Ausstellung "Das Sowjetparadies" wurde Siegbert Rotholz am 15. Juli verhaftet. Während seiner letzten Zeit auf freiem Fuß gelangten seine persönlichen Dokumente in den Besitz von Kurt Siering (Kommunist und ebenfall einer der Leiter der Untergruppe Südost des KVJ), der Siegbert Rotholz seit 1941 kannte. Siering sammelte und bewahrte die letzten verbliebenen Dokumente von Siegbert Rotholz und übergab sie nach 1945 an die Stifterin.
Den letzten Brief kurz vor seiner Hinrichtung richtete Siegbert Rotholz an seine Cousine Betty.
"Liebe Betty!
Du wirst Dich wundern, von mir einen Brief zu bekommen. Es ist der erste und letzte, den ich schreibe. Ich verreise heute abend um 6.30 Uhr für immer. Da ich nicht weiß, wer von meinen Lieben noch da ist, bitte ich Dich, alle, die Du noch siehst, von mir zu grüßen, vor allem aber meine liebe Schwiegermutter. Ich danke ihr für all das Gute, was sie an mir getan hat. Sie möchte mir nicht böse sein. Denn ich möchte nicht sterben, bevor ich mich bei allen entschuldigt habe, bei denen ich es nötig habe. Worum ich Dich aber am meisten bitte, ist, daß Du mein Lottchen nicht vergißt. Du wirst vielleicht der einzige sein, die die Möglichkeit hat. An meine Schwester habe ich nicht geschrieben, denn ich glaube, sie wird ja nicht mehr da sein, und ich bin viel zu aufgeregt, jetzt viel zu schreiben. Also sei deshalb vielmals gegrüßt von
Sigi Rotholz
Und nicht mein Lottchen vergessen. Grüße an alle, die nach mir fragen.
Sigi "
Kurz nach dem Anschlag auf die Propaganda-Ausstellung "Das Sowjetparadies" wurde Siegbert Rotholz am 15. Juli verhaftet. Während seiner letzten Zeit auf freiem Fuß gelangten seine persönlichen Dokumente in den Besitz von Kurt Siering (Kommunist und ebenfall einer der Leiter der Untergruppe Südost des KVJ), der Siegbert Rotholz seit 1941 kannte. Siering sammelte und bewahrte die letzten verbliebenen Dokumente von Siegbert Rotholz und übergab sie nach 1945 an die Stifterin.
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