2009/51/0
Judaica/Angewandte Kunst
Silber, gegossen: Füße und Rose gegossen, Dose getrieben, innen vergoldet, Schrift graviert
Berlin 1938
9,5 × 11 × 9 cm
Unterseite: "800/ 3 /Reichskrone/ Halbmond"
Vorderseite, in Schreibschrift graviert."Zur Erinnerung / Weihnachten 1938"
Im Windschatten des Dritten Reiches, Ingeborg Malek-Köhler, Verlag Herder Freiburg im Breisgau 1986, S.173
Die querovale Dose steht auf vier schlanken, etwa 3 cm hohen Füßchen, die an ihren Ansatzstellen mit jeweils etwa 2 cm breiten, floralen Ausläufern verziert sind. Der Dosenkörper ist gleichmäßig oval geformt und weist eine gehämmerte Wandung auf. Auf der Vorderseite befindet sich eine deutschsprachige Gravur (siehe Inschrift).

Die Öffnung wird von einem etwa 5 cm hohen, umlaufenden Absatz eingefasst, in den sich der an der Rückseite mittels eines Scharniers befestigte Deckel beim Schließen einfügt. Die Außenseite des Deckels ist ebenfalls gehämmert und leicht kuppelförmig gestaltet; an seinem höchsten Punkt sitzt eine plastisch ausgearbeitete Blüte. Das Innere der Dose ist vergoldet.

Paul Kempner, Inhaber des Bankhauses Mendelsohn und ein Freund der Familie mütterlicherseits des Stifters, emigrierte 1938 aus Deutschland. Um der erzwungenen Abgabe seines Silbers vor der Ausreise zu entgehen, ließ er dieses einschmelzen und daraus Dosen nach einem älteren Modell anfertigen. Diese verschenkte er zum Abschied an Freunde, die in Deutschland zurückblieben.

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