Sammlung Familie Scheuer

2001_249_0
Konvolut/0007
Familiensammlung
Tschechien, Polen, Sowjetunion, Berlin u.a. ca. 1920 - 2003
Schenkung von Dr. Leo Scheuer
Die Sammlung enthält Dokumente, Fotografien, dreidimensionale Objekte, Kunstwerke, Bücher und AV-Medien zu dem Ehepaar Leo Scheuer (1909-2002) und Irma geb. Wolfenhagen (1927-2000) sowie zu Scheuers Schwester Rosa Scheuer-Karpin (1912-2013). Die Scheuers stammten aus Galizien, lebten aber vor Beginn des Zweiten Weltkrieges in der Tschechoslowakei. Während Rosa Scheuer-Karpin 1939 nach England emigrieren konnte, flüchtete Leo Scheuer vor der deutschen Wehrmacht ostwärts in die Sowjetunion. Nach dem Überfall 1941 kam er ins Ghetto, konnte aber fliehen und untertauchen. Er überlebte in einem Versteck in einem Erdstollen. Zur Sammlung gehören Eidesstattliche Versicherungen, die sein Schicksal in der Zeit der Illegalität dokumentieren. Mit seinen ukrainischen Rettern, die als "Gerechte unter den Völkern" anerkannt wurden, blieb Leo Scheuer Zeit seines Lebens befreundet, wie die Korrespondenz belegt. Leo Scheuer und seine Schwester Rosa Scheuer-Karpin waren Mediziner*innen, von beiden sind zahlreiche Ausbildungs- und Berufsdokumente überliefert. Rosa Scheuer-Karpin wirkte von 1946 bis 1970 in der DDR, während Leo Scheuer bis 1965 als Arzt in der Sowjetunion tätig war und nach seiner Übersiedlung in die DDR bis zu seinem Ruhestand 1972 in Berlin-Ost. Beide erlebten in ihrem Berufsleben antisemitische Anfeindungen durch Kolleginnen/Kollegen, wie in der Sammlung dokumentiert ist. Von Scheuers Ehefrau Irma sind ebenfalls Berufspapiere enthalten: Sie arbeitete in der Sowjetunion und in der DDR als Lehrerin. Zur Sammlung gehören auch mehrere Kunstwerke, die sie geschaffen hat, und Bücher, die sie geschrieben und teilweise illustriert hat. Bei den dreidimensionalen Objekten sind insbesondere eine Decke sowie der Gebetsmantel und die Gebetsriemen zu nennen, die Leo Scheuer 1942-1944 bei sich im Versteck hatte.

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