Hebräische Alef-Bet-Tafel
2019/160/0
Buchdruck, Holzschnitt
Frankfurt an der Oder jüdisches Jahr 5554 1793 - 1794
35 × 43 cm
Oben, mittig: לפרט / חניך לנער / על ידרכו לפ"ק ( = Zur Unterweisung / ein Zögling/Schüler für den Knaben / durch die Hand von [unleserlich] nach der kleinen Zeitrechnung);
unten, links: נדפס פה קק פ"פ דאדר ( = Gedruckt hier in der heiligen Gemeinde Frankfurt an der Oder)
Sharon Liberman-Mintz, Shaul Seidler-Feller und David Wachtel (Hg.), The Writing on the Wall: A Catalogue of Judaica Broadsides from the Valmadonna Trust Library, Valmadonna Trust Library, London / New York, 2015
Der Einblattdruck diente als Lehrmittel für den jüdischen Elementarunterricht (Cheder) und war vermutlich dazu gedacht, im Klassenraum aufgehängt zu werden. Er vermittelt Kindern das hebräische Alphabet mit den Vokalzeichen.
Das Blatt ist in mehrere klar strukturierte Felder unterteilt. Das zentrale, gerahmte Mittelpanel bildet das Herzstück des Lehrblatts. Es präsentiert sämtliche Kombinationen der hebräischen Konsonanten mit den Vokalzeichen in systematischer Anordnung und ist jeweils mit dem Namen des betreffenden Vokals abgeschlossen: Kamaz, Patach, Schewa usw. Dieser Aufbau folgt dem traditionellen aschkenasischen Lehrgang des Schriftspracherwerbs und entspricht dem Inhalt eines früheren Frankfurter Einblattdrucks aus dem 17. Jahrhundert, der sich heute in der Nationalbibliothek Israel in Jerusalem befindet (s. verwandte Arbeiten). Den oberen Bereich des Blattes rahmen religiöse Texte ein, darunter Segenssprüche und Psalm 23. Unten links wendet sich der Hersteller in jiddischer Sprache an die Eltern und hebt die pädagogischen Vorzüge des Druckblattes hervor. Das Blatt wird von zwei Holzschnitten flankiert: Links ist Moses mit den Gesetzestafeln zu sehen, rechts Aaron in der Tracht des Hohenpriesters. Diese Bildmotive waren in der aschkenasischen Buchdrucktradition des 17. und 18. Jahrhunderts als wiederverwendete Druckstöcke weit verbreitet.
Da solche Blätter im täglichen Unterricht intensiv benutzt wurden, ist ihre Überlieferung ausgesprochen selten. Buchstabiertafeln wie diese waren in deutschen jüdischen Gemeinden weit verbreitet. Exemplare dieser Gattung wurden in der Veitshöchheimer Genisa in Bayern gefunden, was ihre praktische Verwendung im Gemeindealltag belegt. Alef-Bet-Tafeln sind in vielen jüdischen Gemeinden der Diaspora vertreten und zeugen von der universellen Bedeutung des Schriftspracherwerbs im jüdischen Bildungswesen.
Das Blatt ist in mehrere klar strukturierte Felder unterteilt. Das zentrale, gerahmte Mittelpanel bildet das Herzstück des Lehrblatts. Es präsentiert sämtliche Kombinationen der hebräischen Konsonanten mit den Vokalzeichen in systematischer Anordnung und ist jeweils mit dem Namen des betreffenden Vokals abgeschlossen: Kamaz, Patach, Schewa usw. Dieser Aufbau folgt dem traditionellen aschkenasischen Lehrgang des Schriftspracherwerbs und entspricht dem Inhalt eines früheren Frankfurter Einblattdrucks aus dem 17. Jahrhundert, der sich heute in der Nationalbibliothek Israel in Jerusalem befindet (s. verwandte Arbeiten). Den oberen Bereich des Blattes rahmen religiöse Texte ein, darunter Segenssprüche und Psalm 23. Unten links wendet sich der Hersteller in jiddischer Sprache an die Eltern und hebt die pädagogischen Vorzüge des Druckblattes hervor. Das Blatt wird von zwei Holzschnitten flankiert: Links ist Moses mit den Gesetzestafeln zu sehen, rechts Aaron in der Tracht des Hohenpriesters. Diese Bildmotive waren in der aschkenasischen Buchdrucktradition des 17. und 18. Jahrhunderts als wiederverwendete Druckstöcke weit verbreitet.
Da solche Blätter im täglichen Unterricht intensiv benutzt wurden, ist ihre Überlieferung ausgesprochen selten. Buchstabiertafeln wie diese waren in deutschen jüdischen Gemeinden weit verbreitet. Exemplare dieser Gattung wurden in der Veitshöchheimer Genisa in Bayern gefunden, was ihre praktische Verwendung im Gemeindealltag belegt. Alef-Bet-Tafeln sind in vielen jüdischen Gemeinden der Diaspora vertreten und zeugen von der universellen Bedeutung des Schriftspracherwerbs im jüdischen Bildungswesen.
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