Sammlung Lucie Zemmrich geb. Watter

Konvolut/0581
Familiensammlung
Berlin ca. 1861 - 1987
Schenkung von Heidemarie Dorien
Die Sammlung enthält Dokumente zu Lucie Zemmrich geb. Watter (1913-1987) und einigen Familienangehörigen. Die Tochter eines Juden aus Czernowitz und einer Berliner Protestantin, die bei der Eheschließung zum Judentum konvertiert war, wurde in der NS-Zeit ausgebürgert und damit "staatenlos". Als "Geltungsjüdin" bzw. - nach ihrem Austritt aus dem Judentum - als "Mischling 1. Grades" war sie dennoch Diskriminierung und Verfolgung ausgesetzt. Überliefert sind vor allem Unterlagen, die ihre vergeblichen Bemühungen von 1933 bis 1936 dokumentieren, ihren "arischen" Verlobten heiraten zu dürfen. Überliefert ist auch eine 1937 herausgegebene Broschüre zu den Nürnberger Rassegesetze, die neben den Gesetzestexten auch grafische Schaubilder zur Rassenlehre enthält. Weitere Dokumente belegen das gegen Lucie Watter verhängte Arbeitsverbot und ihre spätere Dienstverpflichtung. Es befinden sich auch Merkblätter zur Benutzung des Öffentlichen Personennahverkehrs für Juden und eine Vorladung zur Gestapo im Bestand. Die in der Sammlung enthaltenen Personenstandsurkunden von weiteren Familienangehörigen wurden größtenteils im Rahmen des Eheverfahrens benötigt. Dokumentiert ist auch ihr Leben in der Nachkriegszeit und ihre Bemühungen in Ost- und West-Berlin, als NS-Opfer anerkannt zu werden.

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