Sammlung Familien Herrnstadt / Heymann

Konvolut/0683
Familiensammlung
Berlin, Breslau, Königsberg, u.a. ca. 1880 - 1970
Schenkung von Larry Kamener
Die Sammlung enthält Dokumente und Fotografien zu den Familien Herrnstadt und Heymann, die bis zu ihrer erzwungenen Emigration nach Südafrika während der NS-Zeit in Breslau lebten. Die Mehrzahl der Materialien stammt von dem Rechtsanwalt Rudolf Herrnstadt (1904-1986) und seiner Frau, der Büroangestellten Dorothea (Thea) Herrnstadt geb. Heymann (1905-1987). Neben einigen Dokumenten zu ihrer Ausbildung, ihrem Berufsleben und der Emigration nach Südafrika ist vor allem eine umfangreiche Korrespondenz in dem Bestand überliefert. So ist ein Briefwechsel zwischen Rudolf und Thea Herrnstadt, der in ihrer Kindheit begann und bis in die Jahre ihrer Ehe andauerte, enthalten. Ein Großteil der Briefe stammt aus den Jahren 1929 bis 1932, als Thea Herrnstadt in Berlin wohnte und Rudolf Herrnstadt in Breslau lebte. Er dokumentiert die Annäherung des Paares bis zu ihrer Hochzeit im Jahr 1932 und gibt Auskunft über ihr Berufsleben sowie über familiäre Begebenheiten. Die Briefe von Thea Herrnstadt aus ihrer Berliner Zeit bieten zudem einen Einblick in das Berlin der "goldenen Zwanziger Jahre". Ausführlich berichtet sie von ihren Unternehmungen in der Stadt, den Zusammentreffen mit Freund*innen und den Besuchen von Kaffeehäusern und Theatern. Darüber hinaus enthält die Sammlung zahlreiche Glückwunschschreiben zu Geburtstagen und Familienfesten aus der großen Verwandtschaft und einem umfangreichen Freundeskreis vor allem aus Breslau, Königsberg, Berlin, Gleiwitz und Hamburg. Ein weiteres Briefkonvolut stammt von Martin und Margarete Herrnstadt geb. Müller, den Eltern von Rudolf Herrnstadt. Es enthält Briefe, die sie Ende der 1930er Jahre von Breslau aus an ihren Sohn in Südafrika schickten, während sie selbst versuchten, das Land zu verlassen. Die Auswanderungsbemühungen, die letztendlich glückten, sind hier nachvollziehbar. Zu erwähnen ist außerdem eine Sammlung von humorvollen Gelegenheitsgedichten und kleinen Theaterstücken, die zu Familienfesten verfasst und vorgetragen wurden, sowie Dokumente vom Akademisch Rechtswissenschaftlichen Verein in Breslau, wie Einladungen zu Tanzabenden und Kneipengängen, an denen Thea Herrnstadt seit ihrer Jugend teilnahm. Des Weiteren sind Fotoalben und Einzelfotografien mit Aufnahmen aus dem Familienleben in Deutschland enthalten.

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