Blick auf die Fassade des Hotels Bristol in Berlin
2017/392/5
Fotografie
Berlin ca. 1930 - 1938
10 × 15 cm
Zu der Firma Gebr. Nathan und ihren Anfängen in Hamburg siehe: https://www.stolpersteine-hamburg.de/index.php?MAIN_ID=7&rBIO_ID=6215&BIO_ID=2594
Schenkung von Felix Posen
Fotografie (s/w), Querformat. Zugehörig: Reproduktion des Fotos.
Das Foto zeigt die südliche Straßenseite der Straße „Unter den Linden” in Berlin mit der vollständigen Fassade des Hotels Bristol. Das Hotel, das zu den vornehmsten Berliner Luxushotels seiner Zeit zählte, wurde in den Jahren 1890 bis 1891 erbaut. Es hatte die Adresse Unter den Linden 5–6. Nachdem 1936/1937 die Hausnummern der Straße geändert worden waren, trug es die Nummer 65. Das Gebäude präsentiert sich als viergeschossiger Historismusbau mit reich gegliederter Fassade, Rundbogenfenstern im Obergeschoss und einer zentralen Kuppel mit kleinem Aufsatzturm. Der überdachte Haupteingang des Hotels ist mittig angeordnet und der Schriftzug „BRISTOL” ist über dem Eingangsbereich an der Fassade angebracht. Entlang des gesamten Erdgeschosses reihen sich Ladengeschäfte, deren Schaufenster und Firmenschilder teilweise lesbar sind. Im rechten Bereich der Fassade ist das Ladengeschäft der Silberwarenfirma Lazarus Posen Wwe. zu erkennen, die zu den renommiertesten jüdischen Silberschmiedefirmen Deutschlands zählte und hier ihre Berliner Filiale unterhielt. Das ebenfalls im Erdgeschoss des Hotels Bristol sichtbare Geschäft Gebr. Nathan war eine im Jahr 1792 in Hamburg gegründete jüdische Firma, die mit Haushaltswaren handelte. Die Berliner Zweigniederlassung an der Adresse Unter den Linden 5/6 wurde am 3. Juli 1900 eingetragen und von Bernhard Nathan, dem jüngeren Bruder des Hamburger Inhabers Maurice Nathan, geleitet. Auf Grundlage der „Verordnung zur Ausschaltung der Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben” vom 12. November 1938 wurde die Firma zwangsweise „arisiert” und an die Firma Riemer aus Magdeburg verkauft. Am 13. Oktober 1939 wurde sie aus dem Handelsregister gelöscht.
Im Vordergrund verläuft die breite Fahrbahn der Straße Unter den Linden. Auf dem baumbestandenen Mittelstreifen sowie am Straßenrand sind mehrere Automobile geparkt. Im Mittelgrund ist ein Verkehrspolizist zu erkennen.
Die Aufnahme entstand vermutlich in den 1930er Jahren, spätestens jedoch vor dem 9. November 1938, da das Ladengeschäft der Firma Lazarus Posen Wwe. in der Novemberpogromn zerstört wurde. Das Hotel Bristol selbst wurde am 15. Februar 1944 durch einen alliierten Luftangriff vollständig zerstört. Auf dem Gelände errichtete die Sowjetunion nach dem Krieg ihre Botschaft.
Das Foto zeigt die südliche Straßenseite der Straße „Unter den Linden” in Berlin mit der vollständigen Fassade des Hotels Bristol. Das Hotel, das zu den vornehmsten Berliner Luxushotels seiner Zeit zählte, wurde in den Jahren 1890 bis 1891 erbaut. Es hatte die Adresse Unter den Linden 5–6. Nachdem 1936/1937 die Hausnummern der Straße geändert worden waren, trug es die Nummer 65. Das Gebäude präsentiert sich als viergeschossiger Historismusbau mit reich gegliederter Fassade, Rundbogenfenstern im Obergeschoss und einer zentralen Kuppel mit kleinem Aufsatzturm. Der überdachte Haupteingang des Hotels ist mittig angeordnet und der Schriftzug „BRISTOL” ist über dem Eingangsbereich an der Fassade angebracht. Entlang des gesamten Erdgeschosses reihen sich Ladengeschäfte, deren Schaufenster und Firmenschilder teilweise lesbar sind. Im rechten Bereich der Fassade ist das Ladengeschäft der Silberwarenfirma Lazarus Posen Wwe. zu erkennen, die zu den renommiertesten jüdischen Silberschmiedefirmen Deutschlands zählte und hier ihre Berliner Filiale unterhielt. Das ebenfalls im Erdgeschoss des Hotels Bristol sichtbare Geschäft Gebr. Nathan war eine im Jahr 1792 in Hamburg gegründete jüdische Firma, die mit Haushaltswaren handelte. Die Berliner Zweigniederlassung an der Adresse Unter den Linden 5/6 wurde am 3. Juli 1900 eingetragen und von Bernhard Nathan, dem jüngeren Bruder des Hamburger Inhabers Maurice Nathan, geleitet. Auf Grundlage der „Verordnung zur Ausschaltung der Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben” vom 12. November 1938 wurde die Firma zwangsweise „arisiert” und an die Firma Riemer aus Magdeburg verkauft. Am 13. Oktober 1939 wurde sie aus dem Handelsregister gelöscht.
Im Vordergrund verläuft die breite Fahrbahn der Straße Unter den Linden. Auf dem baumbestandenen Mittelstreifen sowie am Straßenrand sind mehrere Automobile geparkt. Im Mittelgrund ist ein Verkehrspolizist zu erkennen.
Die Aufnahme entstand vermutlich in den 1930er Jahren, spätestens jedoch vor dem 9. November 1938, da das Ladengeschäft der Firma Lazarus Posen Wwe. in der Novemberpogromn zerstört wurde. Das Hotel Bristol selbst wurde am 15. Februar 1944 durch einen alliierten Luftangriff vollständig zerstört. Auf dem Gelände errichtete die Sowjetunion nach dem Krieg ihre Botschaft.
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