Hawdala-Kompendium

Johannes Nicolaus Wollenberg

2017_297_0a
2017/297/0
Judaica/Angewandte Kunst
Silber, getrieben, ziseliert
Nürnberg ca. 1780
21 × 9,3 cm, 0,02 kg (Fußdurchmesser)
Am unteren Rand des Fußes, gepunzt, MZ: "IN[W]" in Wappenkartusche (Rosenberg, III, 4298); BZ: "N" im Kreis (Rosenberg, III 3767); eine weitere in Marke in der Mitte ist unleserlich
Germanisches Nationalmuseum (Hg.), Nürnberger Goldschmiedekunst, 2 Bd., Nürnberg 2007, I/I, S. 460, MZ 991 S. Rosenberg, Marc. Der Goldschmiede Merkzeichen, Bd. 3: Deutschland N-Z, S. 263, MZ 4298
Dieses Hawdala-Kompendium kombiniert einen beweglichen Kerzenhalter mit einem Gewürzbehälter in Form einer herausziehbaren Schublade.

Das Kompendium steht auf einem runden, leicht gewölbtem Fuß, der nach einer Treppung umlaufend mit einer gedrückten Girlande aus Blattwerk versehen ist. Darüber befindet sich eine umlaufende Verzierung aus leicht schräg angelegten Rippen, die von einem Band aus Perlstab abgeschlossen werden. Darüber zieht sich der Fuß zusammen und geht nahtlos in einen kurzen, konischen Schaft von ca. 3 cm Höhe über. Darauf ist ein viereckiger Behälter von ca 1 cm Höhe angebracht, der auf seiner Vorderseite mit einer ausziehbaren Schublade versehen ist. Aus der Oberseite des Behälters ragen vier senkrecht aufsteigende Streben, die durch vier Durchbohrungen einer viereckigen Metallplatte mit unregelmäßigen Kanten führen und an den Streben bewegt werden kann. In der Mitte der Metallplatte befindet sich ein zylinderförmiger Kerzenhalter. An der Oberseite des Kompendiums sind die vier Streben durch einen quadratischen, nach oben offenen Aufsatz miteinander verbunden.

Das Hawdala-Kompendium wurde laut Meisterzeichen von dem Nürnberger Silberschmied Johannes Nicolaus Wollenberg (geb. 1723) angefertigt. Wollenberg fetigte auch weitere jüdische Zeremonialgegenstände. Ein von ihm angefertigtes Tora-Schild befindet sich ebenfalls in den Sammlungen des JMB (2012/231/0).

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