Besamim-Büchse

KGM 81_42_0
KGM 81/42/0
Judaica/Angewandte Kunst
Silber, Filigran
vermutlich Schytomyr 19. Jhdt.
14,4 × 4,5 × 5,2 cm
Unterer Rand des Fußes: "84", "1851", "84" und verschlagene weitere Marke
Landesmuseum Münster/Sofer, Zvi (Hg.): Jüdisches Jahr, Jüdischer Brauch, Ausst.Kat., Münster 1972, Kat. 131, S. 69. Sofer, Zvi (Hg.): Jüdischer Alltag, Jüdischer Festtag, Ausst.Kat. Lübeck/Duisburg/Hannover 1975, Nr. 131, S.65. Die Sammlung Zvi Sofer, Ausst.Kat., Hameln 1980, Nr. 193, S. 68. Bendt, Veronika: Das Jüdische Museum Berlin. Eine Abteilung des Berlin Museums (=Berliner Forum 5/86), Berlin 1986, Abb. S. 28. Bendt, Vera/Berlin Museum (Hg.): Judaica-Katalog, Berlin 1989, Nr. 267, S. 333-334, Abb. S. 326. Seipel, Wilfried/Kunsthistorisches Museum Wien (Hg.): Thora und Krone: Kultgeräte der jüdischen Diaspora in der Ukraine, Ausst.Kat, Wien 1993.
Ankauf aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin
Diese Besamim-Büchse ist nach dem Vorbild einer Mohnkapsel gestaltet, die mit Blattwerk und kleinen Knospen am Stiel versehen ist. Die Kapsel bildet den Hauptkorpus, der als Behältnis für die duftenden Kräuter dient. Ein Deckel in Form eines Blütenkorbes schließt die Kapsel ab.

Es handelt sich bei dieser Besamim-Büchse um eine filigrane Silberarbeit, die auf einem viereckigen, geschwungenen und filigran-ornamentierten Fuß basiert. Darüber befindet sich ein gerader Schaft, auf den der Hauptkorpus aufgesetzt ist, der ebenfalls filigran-durchbrochen gestaltet und von einem Blütenkorb bekrönt ist.

Am unteren Rand des Fußes befinden sich mehrere Punzen, die darauf hindeuten, dass dieses Objekt Mitte des 19. Jahrhunderts in der ukrainischen Stadt Schytomyr (engl.: Zhytomyr) angefertigt und von Prüfmeister Jakov Davydov geprüft wurde (Vgl. Seipel, S. 45.). Die Stadt Schytomyr war seit 1793 Teil des Russischen Zarenreichs und fungierte als Hauptstadt des Wolhynischen Gouvernements. Durch ihre bedeutende jüdische Gemeinde und das dort ansässige Rabbiner-Seminar war sie als ein wichtiges Zentrum des Chassidismus bekannt. Im Sommer 1941 ermordete die SS-Einsatzgruppe 4a die jüdische Bevölkerung des Ortes nahezu vollständig.

Diese Besamim-Büchse war Teil der Sammlung Zwi Sofer, die 1981 für die Jüdische Abteilung des Berlin Museums erworben wurde und sich heute im Jüdischen Museum Berlin befindet. Da die Provenienz des Objekts zwischen 1933 und 1945 Lücken aufweist, ist das Jüdische Museum Berlin bemüht diese durch gezielte Recherchen aufzuklären.

Wissen Sie mehr zu diesem Objekt?
Haben Sie vielleicht einen Fehler gefunden?

Schreiben Sie uns:

Nach oben springen