Mutmaßliche Besamim-Büchse (sekundär zusammengesetzt)

KGM 81/53/0
Judaica/Angewandte Kunst
Silber, getrieben, gezogen, gepunzt
13,3 × 4,5 cm
Auf Innenwandung: MZ: "LK", "12"
Die Sammlung Zvi Sofer, Ausst. Kat., Hameln 1980, Nr. 204, S.70. Bothe, Rolf (Hg.): Synagogen in Berlin, Teil 1, Berlin 1983, S. 224, Abb. 55. Bendt, Vera/Berlin Museum (Hg.): Judaica-Katalog, Berlin 1989, Nr. 235, S. 323, Abb. S. 322.
Ankauf aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin
Diese Büchse besitzt einen eiförmigen, mittig aufschraubbaren Hauptkorpus. Der Stand besteht aus drei gedrehten Streben, die sich nach oben winden und im unteren Bereich durch eine Kugel verbunden sind. Oberhalb der Kugel öffnen sich die Streben erneut und tragen den eiförmigen Gewürzbehälter. Dessen Oberteil ist perforiert; die Öffnungen hätten das Austreten des Dufts der im Behälter aufbewahrten Gewürze ermöglicht.

Der eiförmige Hauptkorpus trägt auf der Innenwandung die Punzen „LK“ und „12“. Letztere dürfte auf einen Silbergehalt von 12 Lot (750/1000) hinweisen und spricht für die Herstellung des Korpus im deutschsprachigen Raum vor der Einführung des Reichssilberstempelsystems im späten 19. Jahrhundert. Die Initialen „LK“ konnten bislang nicht sicher zugeordnet werden. Der Stand weist keine erkennbaren Punzen auf.

Der Korpus und das Standgestell gehörten ursprünglich vermutlich nicht zusammen. Die heutige Form des Objekts beruht wahrscheinlich auf einer sekundären Zusammenfügung, deren Zeitpunkt nicht näher bestimmt werden kann. Ob das Objekt tatsächlich als Besamim-Büchse verwendet wurde, lässt sich nicht belegen. Möglicherweise wurde die Zusammenstellung nachträglich vorgenommen, um dem Objekt den Charakter eines jüdischen Zeremonialgeräts zu verleihen und seine Vermarktung als historisches Ritualobjekt zu erleichtern.

Diese Büchse war Teil der Sammlung Zwi Sofer, die 1981 für die Jüdische Abteilung des Berlin Museums erworben wurde und sich heute im Jüdischen Museum Berlin befindet. Da die Provenienz des Objekts zwischen 1933 und 1945 Lücken aufweist, ist das Jüdische Museum Berlin bemüht diese durch gezielte Recherchen aufzuklären.

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