KGM 81/207/0
Messing, patiniert
München 1923 - 1929
1,3 × 17,2 cm, 0,195 kg
Unterseite: "I3"; Oberseite mittig: "HS" (Heinrich Schwed)
Umlaufend am Rand des Fonds auf Hebräisch: "✶ הבדלה ✶ ראשון לציון הנה אתן לירושלים מבשר אתן אמן סלה" ("Hawdala" [Sternchen] "Rischon le-Zion hine hinam wi-Jeruschalajim me-wascher eten / amen sela" [Sternchen]); Mittig auf dem Fond in lateinischen Buchstaben: "Gut' Woch' - Gut' Jahr"
Sofer, Zwi /Humburg, Norbert (Hg.): Jüdisches Kultgerät, liturgische Textilien und Schriften. Sammlung Dr. Zvi Sofer, Ausst.kat., Hameln 1981, S. 61, Nr. 142.
Berlin Museum (Hg.): Judaica, Berlin 1989, S.321, Nr. 229.
Jüdisches Museum Frankfurt am Main (Hg.): Die Pracht der Gebote. Die Judaica-Sammlung des Jüdischen Museums in Frankfurt am Main, Frankfurt am Main 2007, Nr. 192-194, S. 490.
Purin, Bernhard: Schilder- und Metallkunst Heinrich Schwed. Judaica aus einer Münchner kunstgeweblichen Werkstätte [Broschüre], München 2009, Abb. 6.
Sotheby's, New York: „A German Copper and Niello Havdalah Plate, Heinrich Schwede, Munich", in: The Halpern Judaica Collection: Tradition and Treasure, Part II, Auktionskatalog, 2022, Lot 168, https://www.sothebys.com/en/buy/auction/2022/the-halpern-judaica-collection-tradition-and-treasure-part-ii/a-german-bopper-and-niello-havdalah-plate-heinrich
Kedem Auction House Ltd., Jerusalem: „Four Saucers by Artist Heinrich Schwed – Munich, 1920s", Lot 496, in: Auction 105: Books, Letters and Manuscripts, Esther Scrolls and Jewish Ceremonial Art, Kedem Auction House Ltd., Jerusalem, 27. Januar 2026, URL: https://www.kedem-auctions.com/en/four-saucers-artist-heinrich-schwed-%E2%80%93-munich-1920s
Ankauf aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin
Der Hawdala-Teller hat eine schmale, glattwandige Fahne. Am äußeren Rand des Spiegels ist eine hebräische Inschrift umlaufend eingeätzt. Mittig befindet sich eine waagerecht platzierte Inschrift (s. Inschrift). Unter dieser Inschrift ist ein halber Lorbeer-Kranz mit den stilisierten Initialen des Herstellers "HS" (Heinrich Schwed) eingeätzt.
Auf diesem Stück sind Heinrich Schweds Initialen angebracht. Bei anderen seiner Arbeiten nutzte er gelegentlich auch seinen hebräischen Namen: Chaim ben Mordechai Ha-Levi (s. KGM 81/136/0).
Die Wunschformel "Gut Woch" ist eine in aschkenasischen Gemeinden traditionell am Ausgang des Schabbats verwendeter Gruß. Schwed griff mit diesem Entwurf, der den traditionellen jiddischen Wunsch "Gut Woch - gut Jahr" ("גוט וואך גוט יאר") mittig platziert, auf ein Motiv des frühen 20. Jahrhunderts zurück, das sich häufig auf Porzellan- Hawdala-Tellern finden lässt.
Die hebräische Inschrift am Rand des Fonds lautet übersetzt: "Hawdala"/ Ich habe Zion als Erster (gesagt): Sieh her, da ist es!, und Jerusalem einen Freudenboten geschickt." (Jesaja 41:27) / "Amen Sela". Die Worte aus dem Buch Jesaja sind der Einstieg in die Hawdala-Zeremonie in der sephardischen Tradition. Interessant ist die Verwendung der sephardischen Liturgie in Verbindung mit dem aschkenasischen Gruß, der in der Mitte der Teller eingraviert ist. Dieser Teller ist nicht der einzige Entwurf von Heinrich Schwede für einen Hawdala-Teller – es ist auch eine Version bekannt, die ausschließlich hebräische Buchstaben verwendet (s. Literatur, Sotheby's: The Halpern Collection).
Der Hawdala-Teller wurde während der 1920er Jahre von Heinrich Schwed Heinrich Schwed (Chaim ben Mordechai ha-Lewi, 1880-1962) angefertigt. Zu dieser Zeit war er einer der wenigen jüdischen Herstellern von Judaica in Deutschland. Er produzierte in München geätzte Seder-Teller, Hawdala-Teller und andere dekorative Messing-Teller mit jüdischen Motiven. Der Betrieb von Heinrich Schwed bestand von 1923 bis 1938. Kurz vor den Novemberpogromen 1938 wurde sein Betrieb arisiert. Dem Kunstgewerbler gelang gemeinsam mit seiner Familie die Flucht ins argentinische Exil.
Dieser Teller war Teil der Sammlung Zwi Sofer, die 1981 für die Jüdische Abteilung des Berlin Museums erworben wurde und sich heute im Jüdischen Museum Berlin befindet. Da die Provenienz des Objekts zwischen 1933 und 1945 Lücken aufweist, ist das Jüdische Museum Berlin bemüht diese durch gezielte Recherchen aufzuklären.
Auf diesem Stück sind Heinrich Schweds Initialen angebracht. Bei anderen seiner Arbeiten nutzte er gelegentlich auch seinen hebräischen Namen: Chaim ben Mordechai Ha-Levi (s. KGM 81/136/0).
Die Wunschformel "Gut Woch" ist eine in aschkenasischen Gemeinden traditionell am Ausgang des Schabbats verwendeter Gruß. Schwed griff mit diesem Entwurf, der den traditionellen jiddischen Wunsch "Gut Woch - gut Jahr" ("גוט וואך גוט יאר") mittig platziert, auf ein Motiv des frühen 20. Jahrhunderts zurück, das sich häufig auf Porzellan- Hawdala-Tellern finden lässt.
Die hebräische Inschrift am Rand des Fonds lautet übersetzt: "Hawdala"/ Ich habe Zion als Erster (gesagt): Sieh her, da ist es!, und Jerusalem einen Freudenboten geschickt." (Jesaja 41:27) / "Amen Sela". Die Worte aus dem Buch Jesaja sind der Einstieg in die Hawdala-Zeremonie in der sephardischen Tradition. Interessant ist die Verwendung der sephardischen Liturgie in Verbindung mit dem aschkenasischen Gruß, der in der Mitte der Teller eingraviert ist. Dieser Teller ist nicht der einzige Entwurf von Heinrich Schwede für einen Hawdala-Teller – es ist auch eine Version bekannt, die ausschließlich hebräische Buchstaben verwendet (s. Literatur, Sotheby's: The Halpern Collection).
Der Hawdala-Teller wurde während der 1920er Jahre von Heinrich Schwed Heinrich Schwed (Chaim ben Mordechai ha-Lewi, 1880-1962) angefertigt. Zu dieser Zeit war er einer der wenigen jüdischen Herstellern von Judaica in Deutschland. Er produzierte in München geätzte Seder-Teller, Hawdala-Teller und andere dekorative Messing-Teller mit jüdischen Motiven. Der Betrieb von Heinrich Schwed bestand von 1923 bis 1938. Kurz vor den Novemberpogromen 1938 wurde sein Betrieb arisiert. Dem Kunstgewerbler gelang gemeinsam mit seiner Familie die Flucht ins argentinische Exil.
Dieser Teller war Teil der Sammlung Zwi Sofer, die 1981 für die Jüdische Abteilung des Berlin Museums erworben wurde und sich heute im Jüdischen Museum Berlin befindet. Da die Provenienz des Objekts zwischen 1933 und 1945 Lücken aufweist, ist das Jüdische Museum Berlin bemüht diese durch gezielte Recherchen aufzuklären.
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