2000_265_3a
2000/265/3
Judaica/Angewandte Kunst
Messing, versilbert, gegossen, gewalzt, montiert
Geislingen an der Steige ca. 1909 - 1910
29,5 x 6 x 6 cm, 0,25 kg
Auf dem Fähnchen ist das Datum "3.10.10" eingraviert; auf der Rückseite des Fähnchens "J"(?) mit Ornament.
Stiftung Jüdisches Museum Berlin (Hg.): Geschichten einer Ausstellung. Zwei Jahrtausende deutsch-jüdische Geschichte, Kat. Jüdisches Museum Berlin, Berlin: Proprietas-Verlag, 2. Auflage, 2002. Musterbuch der Württembergischen Metallwarenfabrik Geislingen-Steig 1898, 115a (Abb.) Vergleichsobjekt: JMB KGM 88/1/0
Schenkung von Roselotte Winterfeldt, geb. Lehmann
Besamim-Büchse mit spitzem Turmaufbau und Fähnchen. Der Fuß ist mir Rankenornamente verziert. Die Wandung des Zylinders in der Mitte ist in vier Felder unterteilt. In den Feldern befinden sich florale Ornamente sowie hängende Früchte. Eine Figur stellt vermutlich ein Seepferdchen dar, das jedoch ausschließlich ornamental ist. Der spitz zulaufende Turmaufbau ist von Sternen und Löchern durchbrochen und von einem Fähnchen bekrönt. Das Oberteil ist abziehbar. Innen in der Büchse sind Glöckchen vorhanden.

Seit dem späten 19. Jahrhundert wuchs in Deutschland ein Bedarf an attraktiven und erschwinglichen jüdischen Ritualobjekten. Daher nahmen auch viele nichtjüdische Hersteller Judaica in ihr Sortiment auf, wie etwa die "Württembergische Metallwarenfabrik" (WMF) in Geislingen an der Steige. Die WMF stellte einfache Besamim-Büchsen in Serie her ("Besamim" bedeutet Gewürze auf hebräisch). Dieses Exemplar stammt aus dem Nachlass von Edmund Lehmann, Kantor und Prediger der Jüdischen Gemeinde Berlin.

Als die Besamim-Büchse ins Museum kam, befanden sich noch die Gewürze (Nelken und Zimt) in ihr, die Frau Rose Winterfeldt 1972 beim Tod ihres Vaters vorgefunden hatte.

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