Besamim-Büchse
2000/265/3
Messing, versilbert, gegossen, gewalzt, montiert
Geislingen an der Steige ca. 1909 - 1910
29,5 x 6 x 6 cm, 0,25 kg
Auf dem Fähnchen ist das Datum "3.10.10" eingraviert; auf der Rückseite des Fähnchens "J"(?) mit Ornament.
Stiftung Jüdisches Museum Berlin (Hg.): Geschichten einer Ausstellung. Zwei Jahrtausende deutsch-jüdische Geschichte, Kat. Jüdisches Museum Berlin, Berlin: Proprietas-Verlag, 2. Auflage, 2002.
Württembergische Metallwarenfabrik (WMF): Musterbuch. Geräte für den israelitischen Kultus. Geislingen an der Steige: WMF, 1898, S. 115a, Nr. 33426 („Psombüchse“); dies.: Musterbuch der Württembergischen Metallwarenfabrik Geislingen-Steige. Geislingen an der Steige: WMF, 1925/26, S. 408, Nr. 33426 („Psombüchse“).
Schenkung von Roselotte Winterfeldt, geb. Lehmann
Diese Besamim-Büchse ist als schlanker Turm mit spitz zulaufendem Aufbau und bekrönendem Fähnchen gestaltet. Der Fuß ist mit Rankenornamenten verziert. Die Wandung des zylindrischen Korpus ist in vier Felder gegliedert, die florale Ornamente, hängende Früchte sowie ein ornamental dargestelltes Seepferdchen zeigen. Der durchbrochene Turmaufsatz ist mit Sternmotiven und Lüftungsöffnungen versehen und kann zum Befüllen der Büchse abgenommen werden. Im Inneren befinden sich kleine Glöckchen.
Seit dem späten 19. Jahrhundert bestand in Deutschland eine wachsende Nachfrage nach attraktiven und erschwinglichen jüdischen Ritualobjekten. Infolgedessen nahmen auch nichtjüdische Hersteller Judaica in ihr Sortiment auf. Zu ihnen gehörte die Württembergische Metallwarenfabrik (WMF) in Geislingen an der Steige, die Besamim-Büchsen und andere Ritualgeräte industriell fertigte. Diese Modell ist im WMF-Musterbuch von 1898 unter der Bezeichnung „Psombüchse“, Modell-Nr. 33426, in der Rubrik „Geräte für den israelitischen Kultus“ nachgewiesen. Der im Musterbuch verwendete Begriff „Psombüchse“ geht auf das hebräische Wort בשמים (besamim, Gewürze) zurück und bezeichnet eine Gewürzbüchse für die Hawdala, die Zeremonie zum Abschluss des Schabbats.
Das vorliegende Exemplar stammt aus dem Nachlass des Kantors und Predigers der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Edmund Lehmann (1896-1972). Lehmann wirkte am Wiederaufbau des jüdischen Gemeindelebens nach 1945 mit und gilt als einer der ersten, möglicherweise der erste, Kantor Berlins nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs.
Als die Besamim-Büchse 1972 in den Besitz von Rose Winterfeldt gelangte, befanden sich noch die ursprünglich verwendeten Gewürze, darunter Nelken und Zimt, in ihrem Inneren. Besamim-Büchsen dienen der Aufbewahrung wohlriechender Gewürze, an deren Duft während der Hawdala-Zeremonie zum Abschluss des Schabbats gerochen wird.
Seit dem späten 19. Jahrhundert bestand in Deutschland eine wachsende Nachfrage nach attraktiven und erschwinglichen jüdischen Ritualobjekten. Infolgedessen nahmen auch nichtjüdische Hersteller Judaica in ihr Sortiment auf. Zu ihnen gehörte die Württembergische Metallwarenfabrik (WMF) in Geislingen an der Steige, die Besamim-Büchsen und andere Ritualgeräte industriell fertigte. Diese Modell ist im WMF-Musterbuch von 1898 unter der Bezeichnung „Psombüchse“, Modell-Nr. 33426, in der Rubrik „Geräte für den israelitischen Kultus“ nachgewiesen. Der im Musterbuch verwendete Begriff „Psombüchse“ geht auf das hebräische Wort בשמים (besamim, Gewürze) zurück und bezeichnet eine Gewürzbüchse für die Hawdala, die Zeremonie zum Abschluss des Schabbats.
Das vorliegende Exemplar stammt aus dem Nachlass des Kantors und Predigers der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Edmund Lehmann (1896-1972). Lehmann wirkte am Wiederaufbau des jüdischen Gemeindelebens nach 1945 mit und gilt als einer der ersten, möglicherweise der erste, Kantor Berlins nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs.
Als die Besamim-Büchse 1972 in den Besitz von Rose Winterfeldt gelangte, befanden sich noch die ursprünglich verwendeten Gewürze, darunter Nelken und Zimt, in ihrem Inneren. Besamim-Büchsen dienen der Aufbewahrung wohlriechender Gewürze, an deren Duft während der Hawdala-Zeremonie zum Abschluss des Schabbats gerochen wird.
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