Porträt Julie Elias (1866-1945)
GEM 75/12/0
Öl auf Leinwand
1914
89 × 71,7 × 2,2 cm, 19 kg
Rahmenmaße: 113 × 93 × 9,7 cm
o.r.: "M Liebermann 1914"
Keilrahmen oben links (Aufkleber, rund), (beschriftet, Handschrift, roter Filzstift): "Pels-Leusden"
Keilrahmen oben links (Handschrift, schwarzer Filzstift): "GEM 75/12" [= Inventarnummer Berlin Museum/JMB]
Keilrahmen unten rechts (Aufkleber, rund) (beschriftet, Handschrift, blauer Kugelschreiber): "Ankauf / Galerie Pels-Leusden / Rg.O. 4.11.75. / DM 18.000.- / (Lotto)"
Keilrahmen unten links (Aufkleber, rechteckig) (bedruckt, beschriftet, schwarzer Filzstift): "Berlin Museum / Max Liebermann / Inv. Nr. GEM 75/12"
Keilrahmen links unten (Stempel, unleserlich) [=wahrscheinlich Zollstempel, unidentifiziert]
Keilrahmen links oben (Handschriftlich, Bleistift): "von Dr. Elias"
Keilrahmen links oben (Stempel, unleserlich) [=Zollstempel, wahrscheinlich Deutschland bis 1933 oder nach 1945]
Althaus, Karin: Künstlerfürsten: Liebermann, Lenbach, Stuck, Kat. Max Liebermann Haus, Berlin: Stiftung Brandenburger Tor 2009, S. 94.
Ankauf aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin
Die Journalistin und Schriftstellerin Julie Elias sowie ihr Mann, der Literatur- und Kunsthistoriker Julius Elias, waren eng mit dem Maler Max Liebermann befreundet. Beide wurden von ihm porträtiert. Das Porträt von Julie Elias hing in Julius Elias' Arbeitszimmer in ihrer gemeinsamen Wohnung in der Berliner Matthäikirchstraße 4. Julius Elias verstarb im Jahr 1927. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten floh Julie Elias im Jahr 1938 gemeinsam mit ihrem Sohn, dem Rechtsanwalt Ludwig Elias, nach Norwegen. Um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, verkaufte Ludwig einen Teil der elterlichen Kunstsammlung. Dieses Porträt blieb jedoch bei den beiden. Nach der deutschen Besetzung Norwegens wurde Ludwig 1942 von Oslo nach Auschwitz deportiert und ermordet. Julie Elias entging der Deportation und starb 1943 in Lillehammer. Ihr Nachlass verblieb zunächst bei Freunden und gelangte nach 1945 an ihre Nichte in Großbritannien. Diese gab das Porträt von Julie Elias in den folgenden Jahren in den Kunsthandel, über den es vom Berlin Museum erworben wurde, bevor es später in den Bestand des Jüdischen Museums Berlin überging. Stand: Juli 2025, Recherchen und Text: EWBewertung: NS-verfolgungsbedingt entzogen - nein Status: geklärt, Recherchen abgeschlossen 1914-1943: Julie Elias (1866-1943) und Julius Elias (1861-1927) [Q3]1967, vor: Charlotte Levy, London, erworben im Erbgang von ihrer Tante Julie Elias [Q2]1967: Hauswedell, Hamburg, 155. Auktion, Hamburg 18.11.1967, Nr. 596, eingeliefert von Charlotte Levy (unverkauft) [Q2, L1]1970: Galerie Siegfried Brumme, Frankfurt/Main [L1]1975: Galerie Pels-Leusden, Berlin [Q1, L1]1975, ab: Berlin Museum, erworben von der Galerie Pels-Leusden [Q1]2001, ab: Jüdisches Museum Berlin Quellen:Q1: Rechnung Galerie Pels-Leusden, 4.11.1976, in: Jüdisches Museum Berlin, R 200/L/22/0 (Objektakte).Q2: Archiv des Auktionshauses Hauswedell & Nolte, ZADIK Köln, A 100 Hauswedell & Nolte Auktionen, Hamburg, freundliche Auskunft von Lucia Seiß, ZADIK Köln, 28.3.2024Q3: Julius Elias in seinem Arbeitszimmer, 1925, ullsteinbild, Mediennr. 00068830 Literatur:L1: Matthias Eberle: Max Liebermann. Werkverzeichnis der Gemälde und Ölstudien 1847-1935, 2 Bde ., München 1995-1996, Bd. 2: 1900–1935, 1914/6, S. 886-888.L2: Gabriele Sokoll: Julius Elias, Halvdan Koht und das jüdische Exil in Norwegen, in: skandinavistik 21 (1991), S. 116-130.L3: Birgit Jochens: Julie Elias (1866-1943). Der Kochkunst ergeben, in: Dies.: Zwischen Ambition und Rebellion. Karrieren Berliner Kochbuchautorinnen. Verlag für Berlin-Brandenburg, Berlin 2021, S. 111–123.
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