Jeremias auf den Trümmern Jerusalems
Eduard Julius Friedrich Bendemann geb. Berlin 1811 gest. Düsseldorf 1889
2000/64/0
Öl auf Leinwand, maroufliert auf Sperrholzplatte
nach 1836
Gemäldemaß: 41,1 x 61,3 x 1,3 cm
Rahmenmaße: 53,5 x 73,5 x 7,5 cm
Eigengewicht (7,15 kg): 7,15 kg
53,5 x 73,5 x 8,5 cm, 7,15 kg,
u.r. Monogramm
Monogramm:
rechts: Leiter schräg nach rechts oben,
links: Buchstabe S in geschweiftem Kreis
o.r. (Klebezettel): Sammlung Georg Schäfer Schweinfurt // (im Kreis, rot) 73 / 13220975
u.r. (grüner Klebezettel): 2209
o.l. (auf Keilrahmen, weißer Klebezettel): 78 m.l. (auf Keilrahmen, weisser Klebezettel mit blauem Rand): 2209
m.l. (auf Keilrahmen): 2209
Renger, Konrad: Eduard Bendemanns "Jeremias". Vorzeichnungen und Würdigungen eines verlorenen Hauptwerkes der Düsseldorfer Malerschule, in: Flemming, V. / Schütze, S. (Hgg.): Ars naturam adiuvans. Festschrift für Matthias Winner zum 11. März 1996, Mainz 1996, S. 621-637.
Guido Krey, Gefühl und Geschichte. Eduard Bendemann (1811-1889). Eine Studie zur Historienmalerei der Düsseldorfer Malerschule. Weimar 2003, S. 136-166.
Christian Scholl, Später Orientalismus: Eduard Bendemanns Gemälde ‚Wegführung der Juden in die Babylonische Gefangenschaft‘, in: Christian Scholl, Anne-Katrin Sors (Hg.): Vor den Gemälden: Eduard Bendemann zeichnet. Bestandskatalog der Zeichnungen und Skizzenbücher eines Hauptvertreters der Düsseldorfer Malerschule in der Göttinger Universitätskunstsammlung, Göttingen 2012, S. 57-65.
Christian Scholl, Jeremias auf den Trümmern Jerusalems, 1834-1835, in: Christian Scholl, Anne-Katrin Sors (Hg.): Vor den Gemälden: Eduard Bendemann zeichnet. Bestandskatalog der Zeichnungen und Skizzenbücher eines Hauptvertreters der Düsseldorfer Malerschule in der Göttinger Universitätskunstsammlung, Göttingen 2012, S. 81-83.
Andreas Rüfenacht: Johann Gottlob von Quandt - Kunst fördern und ausstellen, Deutscher Kunstverlag 2019, S. 107, Abb. 41
Kopie nach dem zerstörten Monumentalgemälde im Leineschloss zu Hannover. Auf Leinwand gemalt, auf rezentes Sperrholz übertragen.
Das Bild, eine Kopie nach Bendemanns bekanntem Gemälde "Jeremias auf den Trümmern Jerusalems" zeigt den Propheten Jeremias, der nach der Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier trauernd in den Trümmern der verwüsteten Stadt sitzt. Links und rechts von ihm sind Figurengruppen mit Sterbenden angeordnet - links im Bild zwei Frauen mit toten und sterbenden Kindern, rechts eine Frau und Kinder mit einem sterbenden jungen und einem toten älteren Mann. Im Hintergrund sind Ruinen zu sehen - links ein zerstörter Bogen, rechts tief im Bildraum, von Rauch verschleierte Reste größerer Wohngebäude.
In der Bildkomposition orientiert sich Bendemann an den Vorbildern der Renaissance, insbesondere an vielfigurigen Kompositionen Raffaels. So gelingt es ihm, in die dramatische und sehr emotionale Szene Ruhe und Ausgewogenheit zu bringen.
Der zeitgenössische Betrachter wird sowohl die verwendeten Vorbilder erkannt haben - den Heraklit aus Raffaels "Schule von Athen" oder Darstellungen von Maria mit dem Jesuskind bzw die Grabtragung Jesu - als auch mit dem Text vertraut gewesen sein, der der Darstellung zugrundeliegt: die Klagelieder des Jeremias. Zahlreiche der Bildmotive tauchen dort wörtlich auf.
Das originale Gemälde war eine Auftragsarbeit für Kronprinz Friedrich Wilhelm IV. von Preußen, der zuvor vergeblich versucht hatte, Bendemanns erfolgreiches Gemälde "Gefangene Juden in Babylon" anzukaufen. Nach seiner Fertigstellung wurde es in der Berliner Kunstakademie ausgestellt und dann in zahlreichen Städten Deutschlands gezeigt. 1837 wurde es auf dem Pariser Salon prämiert. 1866 gelangte es nach Hannover, wo es im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde.
Von den Zeitgenossen wurde es auch als Beitrag zur aktuellen Debatte über die Judenemanzipation verstanden, so Hermann Püttmann in 'Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereins im Jahre 1829', 1839, S. 44f.: "Bendemanns Judenbilder sprechen ein tiefernstes Wort hinein in die Tagesdebatten über Emancipation des unglücklichen Volkes (...) kein gefühlvoller Zuschauer wird ohne tiefes Mitleiden die trüben trotzigen Gestalten der exilierten Juden betrachten, und seine Wünsche um Befreiung der jahrtausendlang Mißhandelten zum Himmel senden" (zitiert nach: Scholl 2012, S. 58)
Das Bild, eine Kopie nach Bendemanns bekanntem Gemälde "Jeremias auf den Trümmern Jerusalems" zeigt den Propheten Jeremias, der nach der Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier trauernd in den Trümmern der verwüsteten Stadt sitzt. Links und rechts von ihm sind Figurengruppen mit Sterbenden angeordnet - links im Bild zwei Frauen mit toten und sterbenden Kindern, rechts eine Frau und Kinder mit einem sterbenden jungen und einem toten älteren Mann. Im Hintergrund sind Ruinen zu sehen - links ein zerstörter Bogen, rechts tief im Bildraum, von Rauch verschleierte Reste größerer Wohngebäude.
In der Bildkomposition orientiert sich Bendemann an den Vorbildern der Renaissance, insbesondere an vielfigurigen Kompositionen Raffaels. So gelingt es ihm, in die dramatische und sehr emotionale Szene Ruhe und Ausgewogenheit zu bringen.
Der zeitgenössische Betrachter wird sowohl die verwendeten Vorbilder erkannt haben - den Heraklit aus Raffaels "Schule von Athen" oder Darstellungen von Maria mit dem Jesuskind bzw die Grabtragung Jesu - als auch mit dem Text vertraut gewesen sein, der der Darstellung zugrundeliegt: die Klagelieder des Jeremias. Zahlreiche der Bildmotive tauchen dort wörtlich auf.
Das originale Gemälde war eine Auftragsarbeit für Kronprinz Friedrich Wilhelm IV. von Preußen, der zuvor vergeblich versucht hatte, Bendemanns erfolgreiches Gemälde "Gefangene Juden in Babylon" anzukaufen. Nach seiner Fertigstellung wurde es in der Berliner Kunstakademie ausgestellt und dann in zahlreichen Städten Deutschlands gezeigt. 1837 wurde es auf dem Pariser Salon prämiert. 1866 gelangte es nach Hannover, wo es im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde.
Von den Zeitgenossen wurde es auch als Beitrag zur aktuellen Debatte über die Judenemanzipation verstanden, so Hermann Püttmann in 'Die Düsseldorfer Malerschule und ihre Leistungen seit der Errichtung des Kunstvereins im Jahre 1829', 1839, S. 44f.: "Bendemanns Judenbilder sprechen ein tiefernstes Wort hinein in die Tagesdebatten über Emancipation des unglücklichen Volkes (...) kein gefühlvoller Zuschauer wird ohne tiefes Mitleiden die trüben trotzigen Gestalten der exilierten Juden betrachten, und seine Wünsche um Befreiung der jahrtausendlang Mißhandelten zum Himmel senden" (zitiert nach: Scholl 2012, S. 58)
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