Brief von Georg Ludwig Zuelzer (1870-1949) an Wolfgang Zuelzer (1909-1987)
Georg Ludwig Zuelzer geb. Berlin 10.04.1870 gest. New York 16.10.1949
2024/114/140
New York 27. August 1944
Schenkung von Barbara Zuelzer Kusko
1 Bl., hs.
Brief des Internisten Georg Ludwig Zuelzer an seinen Sohn Wolfgang (Wolf William) Zuelzer, einen Kinderarzt.
Betr.: Sorgen wegen Barbara, die seiner Meinung nach befremdliches Verhalten zeigt
Transkription (von Prof. Dr. med. Friedrich W. Kemmer):
"27 August 44.
Palisades, N.Y.
Lieber Sohn
Ich danke Dir für Deinen langen Antwortbrief auf das, was
ich Dir nicht geschrieben habe. Ich wollte eigentlich jede schriftliche
Erörterung des 9. Januars vermeiden, in der Hoffnung, Dich in nicht
allzu ferner Zeit, spätestens zu meinem 75ten hier zu sehen.
Zunächst die Feststellung, daß ich (und auch Kate) uns außerordentlich
gefreut haben, Deine Frau mit den Kindern hier zu haben. Die
kleine Enttäuschung, daß es mir nicht gelang, mit Barbie
in großväterlichen Kontakt zu kommen, und mit ihr spazieren
zu gehen, zu sehen, wie sie sich über kleine Geschenke freuen würde
u.s.w. Kurzum einige egoistische großväterliche Freuden zu genießen,
war schließlich nicht so wesentlich. Wesentlich war, daß ich mir Barbie’s
wegen Sorgen machte. Ich fand und ebenso Frau Tiedke , die die
Kinder dauernd beobachten konnte [+], äußerte später ebenfalls, daß
das Ganze, sagen wir einmal ablehnende Benehmen Barbies
von Eifersucht diktiert war; Eifersucht auf jeden, der von
Margery etwas wollte oder sie auch nur ansah.
Ich schreibe Dir das, weil ich an die Weisheit, die ich in Quarta
gelernt habe, heute noch glaube; medici putant, causa morbi
cognite, morbum esse curandem (oder sanandem). Ich hoffe ferner, mich
nächstes Jahr davon überzeugen zu können, wenn Margery mit
den Kindern wieder hierher kommt. Es ist uns bereits als ziemlich
sicher versprochen worden, daß wir das Häuschen im Mai wieder
mieten können und wir freuen uns bereits sehr auf die 3 weiblichen
Mitglieder der Familie Zuelzer.
[+ und selbst 18 Kinder zur Welt gebracht und erzogen hat"
Brief des Internisten Georg Ludwig Zuelzer an seinen Sohn Wolfgang (Wolf William) Zuelzer, einen Kinderarzt.
Betr.: Sorgen wegen Barbara, die seiner Meinung nach befremdliches Verhalten zeigt
Transkription (von Prof. Dr. med. Friedrich W. Kemmer):
"27 August 44.
Palisades, N.Y.
Lieber Sohn
Ich danke Dir für Deinen langen Antwortbrief auf das, was
ich Dir nicht geschrieben habe. Ich wollte eigentlich jede schriftliche
Erörterung des 9. Januars vermeiden, in der Hoffnung, Dich in nicht
allzu ferner Zeit, spätestens zu meinem 75ten hier zu sehen.
Zunächst die Feststellung, daß ich (und auch Kate) uns außerordentlich
gefreut haben, Deine Frau mit den Kindern hier zu haben. Die
kleine Enttäuschung, daß es mir nicht gelang, mit Barbie
in großväterlichen Kontakt zu kommen, und mit ihr spazieren
zu gehen, zu sehen, wie sie sich über kleine Geschenke freuen würde
u.s.w. Kurzum einige egoistische großväterliche Freuden zu genießen,
war schließlich nicht so wesentlich. Wesentlich war, daß ich mir Barbie’s
wegen Sorgen machte. Ich fand und ebenso Frau Tiedke , die die
Kinder dauernd beobachten konnte [+], äußerte später ebenfalls, daß
das Ganze, sagen wir einmal ablehnende Benehmen Barbies
von Eifersucht diktiert war; Eifersucht auf jeden, der von
Margery etwas wollte oder sie auch nur ansah.
Ich schreibe Dir das, weil ich an die Weisheit, die ich in Quarta
gelernt habe, heute noch glaube; medici putant, causa morbi
cognite, morbum esse curandem (oder sanandem). Ich hoffe ferner, mich
nächstes Jahr davon überzeugen zu können, wenn Margery mit
den Kindern wieder hierher kommt. Es ist uns bereits als ziemlich
sicher versprochen worden, daß wir das Häuschen im Mai wieder
mieten können und wir freuen uns bereits sehr auf die 3 weiblichen
Mitglieder der Familie Zuelzer.
[+ und selbst 18 Kinder zur Welt gebracht und erzogen hat"
Wissen Sie mehr zu diesem Objekt?
Haben Sie vielleicht einen Fehler gefunden?
Schreiben Sie uns: