Zwei Generationen (Mutter und Tochter)
1999/57/0
Öl auf Leinwand
1925
50,7 x 58,5 x 8,3 cm, 4,7 kg
Rahmenmaße: 50,7 x 58,5 x 7,3 cm
Gemäldemaß: 32,5 x 40 x 1,3 cm
Sondermaße (Rückseitenschutzkarton): 32,9 x 40,6 x 0,7 cm
u.l. (rote Farbe): "Budko // [hebräischer Buchstabe Beth] // 1925"
l. auf Keilrahmen (hebräisch): schajach l'sohara widislawski [Eigentum von Zohara Widislawski]
Stiftung Jüdisches Museum Berlin (Hg.): Geschichten einer Ausstellung. Zwei Jahrtausende deutsch-jüdische Geschichte, Kat. Jüdisches Museum Berlin, Berlin: Proprietas-Verlag, 2. Auflage, 2002.
Inka Bertz: Joseph Budko Two Women. Jewish Museum Berlin 2000, 2. Auflage, S. 13.
Das Jahr des jüdischen Frauenbundes 1927/28 (dort mit Titel: "Zwei Generationen") [Quelle: Steininger Ausschnittsammlung ohne Seitenangabe]
Neues Wiener Journal, v. 20.8.1925 (dort mit Titel "Mutter und Tochter" [Quelle: Steininger Ausschnittsammlung ohne Seitenangabe]
Das Gemälde zeigt zwei Frauen, mit klaren Umrisslinien und glatter Oberfläche, scheinbar kühl und distanziert im Stil der neuen Sachlichkeit gemalt. Schon im Titel - zwei Generationen – enthält es die Gegenüberstellung von Gegensätzen: Die ältere Frau, vorne rechts, zeigt er mit Kopftuch, in gebeugter Haltung, zerfurchten Gesichtszügen, aschfarbener Haut und nach unten gezogenen Mundwinkeln. Die junge Frau, links dahinter, hat eine frische Gesichtsfarbe. Sie trägt die schwarzen Haare zum Bubikopf geschnitten, einen schwarzen Pullover, markanten Lippenstift und schaut den Betrachtenden direkt in die Augen. Der Familienerzählung nach, stand ihm für sie seine Schwester Modell, für die ältere Frau vielleicht seine Mutter.
Die Details im Hintergrund stehen sinnbildhaft für ihre Lebenswelten: Rechts hinter der alten Frau steht ein verdorrter Baum und ein niedriges Haus mit rotem Ziegeldach. Am linken Bildrand neben der jungen Frau, könnte der rote Streifen für eine rote Fahne stehen.
Joseph Budko, der Plonsk, im damaligen Russisch-Polen stammte und sich in Berlin der zionistischen Bewegung angeschlossen hatte, behandelte den Gegensatz der beiden Generationen in vielen seiner Werke. Der Kunsthistoriker Karl Schwarz schrieb 1928 über ihn: „Er malt die Jungen und die Alten, denen man ihre Seelenkämpfe von den Augen abliest, und erkennt die Not des neuen Geschlechtes, das in Zwiespalt steht mit der ihm aufgedrungenen Welt, die die Alten noch erdulden können, die Jungen aber innerlich zerreißt“.
(Inka Bertz)
Die Details im Hintergrund stehen sinnbildhaft für ihre Lebenswelten: Rechts hinter der alten Frau steht ein verdorrter Baum und ein niedriges Haus mit rotem Ziegeldach. Am linken Bildrand neben der jungen Frau, könnte der rote Streifen für eine rote Fahne stehen.
Joseph Budko, der Plonsk, im damaligen Russisch-Polen stammte und sich in Berlin der zionistischen Bewegung angeschlossen hatte, behandelte den Gegensatz der beiden Generationen in vielen seiner Werke. Der Kunsthistoriker Karl Schwarz schrieb 1928 über ihn: „Er malt die Jungen und die Alten, denen man ihre Seelenkämpfe von den Augen abliest, und erkennt die Not des neuen Geschlechtes, das in Zwiespalt steht mit der ihm aufgedrungenen Welt, die die Alten noch erdulden können, die Jungen aber innerlich zerreißt“.
(Inka Bertz)
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