Lebensbericht des Musikpädagogen und Pianisten Professor Leo Kestenberg (1882-1962)

Leo Kestenberg geb. in Rosenberg 1882 gest. 1962

DOK 85/54/0
Archiv
Papier
Tel Aviv ca. 1950
29,8 × 21 cm
Schenkung von Rosel Porzky
maschinenschriftliches, hektographiertes Manuskript mit fünf Blätter, die auf Vorder- und Rückseite beschrieben sind (zehn Manuskriptseiten)

Die Autobiographie schrieb Leo Kestenberg auf Veranlassung des Musikschriftstellers Artur Holde.

Leo Kestenberg wurde 1882 in Rosenberg (Ungarn) geboren. Er erhielt schon früh Musikunterricht bei verschiedenen etablierten Lehrern und wurde ebenfalls schon als Schüler Mitglied der sozialdemokratischen Partei.

Als junger Erwachsener zog er nach Berlin. Kestenberg engagierte sich in der deutschen Musikbranche als Berater, Veranstalter und Musiker und nahm wichtige Rollen im Kulturbereich ein. 1908 heiratete er Grete Kussel und hatte mit ihr zwei Töchter, Ruth und Rachel.

1918 wurde er unter anderem Berater der sozialistischen Regierung für alle musikalischen Angelegenheiten. In dieser Position setzte er viele für die damalige Zeit radikale Reformen durch, auch im Rahmen der Schulreform. Sein Motto war die Erziehung zur Menschlichkeit mit und durch Musik, vom Kindergarten bis zur Hochschule, im privaten wie im staatlich-öffentlichen Sektor. Er schrieb auch Sachbücher, in denen er musikpädagogische Thematiken erläuterte.

Da er Jude war, wurde er 1933 aus dem öffentlichen Dienst entlassen wurde und ging er nach Prag, wo er die "Gesellschaft der Musikfreunde" gründete. 1938 musste er von Prag nach Paris fliehen.

Bald darauf emigrierte er nach Tel Aviv, um dort die Leitung der heutigen Israelischen Philharmoniker zu übernehmen. 1944 verließ er diesen Posten und widmete sich wieder dem Musikunterricht und der Pädagogik. Der vorliegende Bericht entstand zwischen den Jahren 1945 und Kestenbergs Tod 1962.

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