Blüthner-Flügel aus dem Besitz von Helga Bassel (1908-1969)

Julius Blüthner Pianofortefabrik

2004_135_1
2004/135/1
Alltagskultur
Holz, Metall, Elfenbein, Gusseisen, Stahl, Filz
Leipzig 1913
98,2 × 149 × 220 cm
"Blüthner/Leipzig"
Schenkung von Tessa Uys
Schwarzer Blüthner-Flügel.
Der polierte Flügel in der Größe eines Salonflügels ist von klassischer Bauart. Die gerade gestaltete Lyra trägt zwei Pedale.
Inschrift in goldenen Lettern auf der Innenseite des Deckels.
Aufklappbarer Notenständer, an den Seiten durchbrochen jeweils mit Streifen, mittig mit Verzierungen.

Der Flügel wurde 1930 von Helga Bassel für 2350 Reichsmark von der Berliner Firma Hans Rehbock & Co. gekauft. Helga Bassel studierte an der Hochschule für Musik, u.a. mit Leonid Kreutzer. Ihrer beginnenden Karriere als Pianistin wurde durch die Machtübernahme der Nationalsozialisten ein Ende gemacht, sie arbeitete fortan als Klavierlehrerin. Im Juni 1933 trat sie aus der jüdischen Gemeinde aus und konvertierte zum Christentum. 1935 wurde sie dennoch aus der Reichsmusikkammer ausgeschlossen, 1936 emigrierte sie mit ihrem Flügel nach Südafrika. In Kapstadt heiratete sie den Organisten und Chordirigenten Hannes Uys und gründete eine Familie. Über ihre jüdische Vergangenheit sprach sie nie. Erst lange nach iherm Tod erfuhr ihre Tochter, die Pianistin Tessa Uys, dass ihre Mutter Jüdin war. 2004 übergab sie dem Jüdischen Museum den Flügel als Schenkung.

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